ETF/ETC FAQ
1.) Was bedeutet die Abkürzung ETF bzw. ETC?
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds (zu deutsch: börsengehandelte Fonds), die Abkürzung ETC für Exchange Traded Commodities (zu deutsch: börsengehandelte Rohstoffe).
2.) Was ist ein Exchange Traded Funds eigentlich genau?
Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Fonds in Form eines Sondervermögens, der an der Börse gehandelt wird. Dabei handelt es sich meistens um passive, einen Index wie den DAX nachbildende, Investmentfonds, die an der Börse ge- und verkauft werden können.
3.) Welche Vorteile bieten ETF?
ETF bieten gleich mehrere Vorteile. Es kommt immer darauf an, mit was man einen ETF vergleicht.
Gegenüber Einzelaktien hat man den Vorteil eines jeden Fonds, nämlich eine breitere Streuung. Das Investment in eine einzelne Aktie birgt immer ein Risiko. Wenn Sie z. B. den DAX kaufen der aus den 30 größten deutschen Aktiengesellschaften besteht, streuen Sie Ihr Risiko auf 30 Aktien. Angenommen die Allianz- oder die Commerzbank-Aktie fällt stark, dann gibt es noch 28 andere Aktien im DAX die steigen können, um die Verluste ausgleichen zu können. Daher kann man jedem Anleger nur empfehlen sein Risiko breit zu streuen.
Gegenüber „normalen” Investmentfonds hat man den Vorteil niedrigerer Kosten. Denn bei einem normalen Fonds bezahlt man in der Regel einen Ausgabeaufschlag, einen Fondsmanager und auch einen riesigen Verwaltungsapparat. Untersuchungen haben zudem ergeben, dass ein von einem Fondsmanager “aktiv” verwalteter Fonds nicht besser abschneidet als ein ETF (ein passiv gemanagter Fonds).
Und gegenüber Zertifikaten haben ETF den großen Vorteil, dass ein ETF im Falle einer Insolvenz als Sondervermögen nahezu 100%ig sicher (Stichwort: Emittentenrisiko) ist.
Einen wirklichen Nachteil von ETF gibt es hingegen eigentlich nicht, wodurch sich auch die wachsende Beliebtheit von ETF erklärt.
4.) Für wen wurden ETF ursprünglich entwickelt?
Ursprünglich wurden ETF eigentlich für institutionelle Anleger entwickelt. Die Idee, die dahinter steckte bzw. steckt, ist folgende: Laut empirischen Untersuchungen schaffen es 80% bis 90% aller aktiven Fondsmanager sowieso nicht, einen entsprechenden Vergleichsindex zu schlagen. Also kann man auch gleich den Index 1:1 abbilden, womit man einen passiv gemanagten Indexfonds hat. Um diesen nun auch gut handeln zu können, wurde daraus ein börsennotierter Indexfonds et voilà, der erste ETF war geboren.
Zuletzt ging man dann dazu über gewisse “Aktienkörbe” zu Indizes zusammenzufassen und diese dann als Basis eines solchen “Fonds” zu nehmen, so dass es zu Themen ETF wie Banken ETF, Biotech ETF, Solar ETF usw. kam.
Einer der Gründe warum ein klassischer Fonds zumeist nicht besser ist als der Vergleichsindex, ist die Tatsache, dass der Fondsmanager danach bezahlt wird wie gut er sich im Vergleich zu seinem “Referenzindex” schlägt. Das ist es für den Fondsmanager oftmals sicherer, wenn er sich gleich am Vergleichsindex orientiert und kein zu großes Risiko eingeht.
Der erste ETF aber war im Jahr 1993 ein börsengehandelter Indexfonds auf den S&P500 Index von State Street Global Advisors und trug bzw. trägt bis heute den Namen Standard & Poor’s Depositary Receipt (SPDR, umgangssprachlich „Spider” genannt). Auch sehr bekannt ist der ETF auf den NASDAQ 100 (QQQ, auch „Cubes” genannt).
5.) Was bedeutet Sondervermögen?
Das Sondervermögen ist das Anlagekapital der Fondsanleger, das vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt ist. Dadurch ist jedes Sondervermögen von möglichen Wertänderungen anderer Fonds der Investmentgesellschaft sowie vor dem Zugriff der Investmentgesellschaft selbst oder deren Gläubiger – sogar im Insolvenzfall – geschützt. Die Trennung des Sondervermögens vom eigentlichen Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft wird u.a. dadurch sichergestellt, dass die Verwahrung zwingend durch eine Depotbank vorgenommen werden muss.
Wichtig hierbei ist aber für Sie einzig und allein die Tatsache, dass selbst im Falle einer Pleite der Bank Ihr hart erarbeitetes Geld noch da ist und nicht im Anlagevermögen der Bank verschwindet.
6.) Was passiert mit meinem ETF/ETC, wenn die Bank pleite gehen sollte?
Da es sich bei ETF/ETC um Sondervermögen handelt, welches vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist, passiert mit ihren ETF/ETC im Falle einer Bankenpleite (wie z.B. bei Lehman Brothers) gar nichts. Sie können also selbst im Falle einer Bankenpleite ihre ETF/ETC ganz normal weiter über die Börse handeln, genauso wie das bei Aktien auch der Fall ist.
Eine kleine Ausnahme hiervon gibt es jedoch im Falle des Einsatzes von Swaps: Durch die jeweilige Kontrahenten dieser Swaps entsteht für den Anleger ein, jedoch auf 10% des Anlagevolumens, beschränktes Emittentenrisiko.
7.) Was bedeutet eigentlich “aktiv gemanaged” und “passiv gemanaged”?
Ein klassischer Fonds wird von einem Kreis von Portfoliomanagern und deren Mitarbeitern verwaltet. Da gibt es dann ein Team-Meeting, in dem besprochen wird welche Aktien gekauft werden sollen und letztlich einen Fondsmanager, der am Ende entscheidet. All diese Leute kosten Geld und die Bank will an dem Fonds selbst natürlich auch noch etwas verdienen…
All diese Kosten müssen vom Anleger, also Ihnen, bezahlt werden. Bei den klassischen Fonds, die es zum Teil seit Jahrzehnten gibt, sind also immer Menschen beteiligt und daher werden diese von Menschen “aktiv” gemanaged. Da aktiv gemanagte Fonds im Durchschnitt nachweislich jedoch keine besseren Renditen erwirtschaften als ETF, gibt es eigentlich keinen Grund für Sie einen solchen klassischen Fonds gegenüber einem ETF vorzuziehen.
Jetzt zum Thema passiv gemanaged. Was heißt das? Ein ETF bildet einen Index ab, zum Beispiel den DAX. Das bedeutet hier läuft ein Computerprogramm, das genau dieselben Aktien kauft, die im DAX enthalten sind. Damit bildet der ETF den DAX immer nahezu 1:1 ab. Und da es sich um ein Computerprogramm handelt, das einmal eingestellt wird und anschließend automatisch läuft, ohne dass Menschen “aktiv” am Aktienauswahlprozess beteiligt sind, nennt man solche Fonds “passiv” gemanaged.
Wichtig dabei: Sollte eine Aktie in einem Index ausgetauscht werden, so vollzieht das Computerprogramm diese Änderung automatisch nach.
8.) Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem aktiv gemanagten Fonds und einem ETF?
Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein sogenannter Fondsmanager, welche Assets er für den entsprechenden Investmentfonds kauft. Die Regeln, an die er sich dabei halten muss, sind die im Verkaufsprospekt des Fonds selbst aufgestellten Regeln, sprich wenn der Fonds ein Themenfonds für Biotechnologiewerte ist, kann er dort keine Autowerte kaufen. Ansonsten ist er jedoch relativ frei welche Assets er kauft und wie er diese gewichtet. So versucht er den Markt zu schlagen, sprich „eine Outperformance zu erzielen”.
Passiv gemanagte Fonds hingegen versuchen einen Index nach Möglichkeit 1:1 abzubilden und so wenigstens die Performance dieses Index zu erreichen. ETF sind immer passiv gemanagte Fonds, d.h. es wird ein Index 1:1 abgebildet.
Schaut man sich die aktiv gemanagten Fonds an, so sieht man, dass diese sehr von den Leistungen eines Fondsmanagers abhängig sind. Und diese Fondsmanager liegen in 80% bis 90% aller Fälle schlechter, als der entsprechende Vergleichsindex und lassen sich dafür auch noch gut bezahlen.
9.) Hat ein aktiv gemanagter Fonds eine bessere Rendite als ein ETF?
Empirischen Untersuchungen zufolge schaffen es nur ganz wenige aktiv gemanagte Fonds, einen entsprechenden Vergleichsindex zu schlagen. Dies dürfte daran liegen, dass der Mensch an sich ein „Herdentier” ist und es somit kaum einen Fondsmanager gibt, der zum Beispiel die Aktien, die gerade „in” sind, nicht in seinem Portfolio hat. Schließlich müsste er sonst den Fonds(anteils)besitzern eine möglicherweise unterdurchschnittliche Performance erklären. Und so leichtfertig setzt niemand seinen Job als gutbezahlter Fondsmanager freiwillig aufs Spiel.
Also wird zumeist das (nach)gemacht, was alle machen und so erzielt man dann natürlich keine Outperformance. Dass es falsch ist, diesem Herdentrieb zu unterliegen, haben zwar Männer wie Warren Buffett bewiesen, nur den Mut eines Warren Buffett hat eben kaum jemand. Dies ist zugegebenermaßen auch manchmal schwierig, denn wenn alle – wie um das Jahr 2000 herum – auf einmal Technologieaktien kaufen und diese steigen wie verrückt, dann bedarf es schon einer Persönlichkeit wie der eines Warren Buffett, um nicht verrückt zu werden und auch auf Technologiewerte zu setzen…
10.) Warum gibt es bei einem Investmentfonds einen Ausgabeaufschlag?
Nun, weil die Anbieter solcher Fonds gewisse Kosten haben, die gedeckt sein wollen. So muss ein Fonds den gesetzlichen Bestimmungen nach verwaltet werden, es fallen Transaktionskosten beim Handel an und last but not least will der entsprechende Fondsmanager ebenfalls noch entlohnt werden. Da dies alles ja irgendwie finanziert werden muss, gibt es zumeist Ausgabeaufschläge, sowie jährliche Kosten die im Fonds versteckt sind. In der Regel geht man von 1% bis 2% aus. Bei geschlossenen Immobilienfonds gibt es teilweise auch bis zu 1% Vertriebsprovision pro Jahr, also eine vorlaufende jährliche Vertriebsprovision.
Um die Kosten einigermaßen transparent zu machen hat sich die Fondsbranche die sogenannten TER einfallen lassen. TER steht dabei für Total Expense Ratio, zu deutsch schlicht: Gesamtkostenquote. Diese Total Expense Ratio drückt dabei die jährlichen, zu Lasten des Fonds und damit seiner Anleger, entstandenen Gebühren aus.
Die Total Expense Ratio wird als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvolumens angegeben. In der Regel kann man von den unten aufgeführten groben Werten ausgehen.
Fondstyp und jährliche Gesamtkostenquote
Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa: 1,6 %
Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Euro: 0,9 %
offene Immobilienfonds: 0,7 %
Geldmarktfonds: 0,5%
Quelle: Focus Online
Am besten Sie fragen mal Ihren Bankberater wie hoch die jählichen Verwaltungsgebühren sind. Mit der neuen MIFID Richtlinie hat der Gesetzgeber klare Regeln vorgegeben, sprich für jeden Kunden muss klar ersichtlich sein, welche Kosten in einem Produkt entstehen. Gewährt oder empfängt eine Wertpapierfirma Vorteile bei der Vermittlung eines Geschäfts, handelt sie gemäß der Richtlinie dann unredlich, wenn sie diese Vorteile dem Kunden gegenüber nicht offenlegt. Betroffen sind in erster Linie Bestandsprovisionen und Retro-Provisionen (Kick-Backs). Quelle: Wikipedia
11.) Was verdient eine Bank an einem Investmentfonds im Vergleich zum ETF?
Für Banken sind normale Investmentfonds deutlich lukrativer, denn die Fondsgesellschaften haben dank Ausgabeaufschlag, Gebühren und Erfolgsbeteiligungen zum Teil recht hohe Einnahmen. Und diese Einnahmen sind umso größer, je größer der Fonds ist, da die Verwaltungskosten eines Investmentfonds relativ gleich bleiben, egal ob der Fonds ein Volumen von 500 Mio. Euro oder 5 Mrd. Euro hat. Die Fondsgesellschaften gehören meistens zu einer Bank (Deka als Fondsgesellschaft der Sparkassen, DWS als Fondsgesellschaft der Deutschen Bank AG, usw.) und zahlen recht üppige Provisionen. Bei einem ETF hingegen entfallen viele dieser Kosten, so dass diese immer deutlich günstiger für den Anleger sind. Dank MIFID muß jetzt jeder Fonds seine Kosten transparent aufschlüsseln.
Am besten Sie fragen mal Ihren Bankberater wie hoch die Kosten sind. Was genau MIFID ist lesen Sie am Besten hier in Wikipedia nach.
12.) Warum verkaufen Versicherungsvertreter so ungerne ETF?
Für Versicherungsvertreter gilt dasselbe, wie für die Finanzberater der Banken bzw. letztendlich die Banken selbst; für den Verkauf von ETF bekommen Sie deutlich weniger als für den Verkauf eines Fonds. Daher wird der Bankberater im Zweifelsfall erst einmal versuchen die Produkte an den Mann zu bringen, an denen er mehr verdient. Das sind mit Sicherheit dann eher die klassischen Investmentfonds und eben nicht die wesentlich günstigeren ETF.
13.) Was ist der Unterschied zwischen ETF und ETC?
ETF steht für Exchange Traded Funds, ETC hingegen für Exchange Traded Commodities. Und in diesem Namen wird der „Unterschied” schon deutlich.
Exchange Traded Commodities (ETC) sind nämlich börsengehandelte Wertpapiere (“Zertifikate”), die Anlegern eine Investition in „Rohstoffe” (englisch: Commodities) ermöglichen. Damit kann man dann ganz einfach an der Entwicklung des Goldpreises oder des Weizenpreises partizipieren. Er kann also genau die Rohstoffe kaufen, auf deren Kursentwicklung man spekulieren möchte.
Beim Thema „Zertifikate” dürfte nun der ein oder andere Anleger hellhörig werden, denn genau diese Zertifikate waren es ja, die einige Anleger wegen der Lehman Brothers Pleite ein Vermögen kosteten. Doch keine Angst, denn bei einem ETC muss die Bank die dem ETC unterliegenden Rohstoffe wirklich real besitzen, sprich vor Ausgabe des ETC physisch kaufen. Und im Falle einer Insolvenz würden so die zum Sondervermögen gehörenden Rohstoffe ausgeliefert, so dass es nahezu keinerlei Emittentenrisiko gibt. Gleiches gilt natürlich für ETF, nur dass hier Aktien erworben werden müssen anstatt Rohstoffe.
Dies ist der große Unterschied zu „normalen” Zertifikaten, bei denen der Emittent nur verspricht, in einem bestimmten Fall einen bestimmten Betrag auszuzahlen, ohne dieses Geld jedoch im Zweifel vorhalten zu müssen. Kann also der Emittent seine „Wettschulden” nicht begleichen, so ist das Geld weg, wie man im Falle Lehman Brothers sehen konnte. Bei ETF und/oder ETC hingegen gibt es dieses Problem eigentlich nicht.
14.) Wie kaufe/verkaufe ich ETF?
Nun, da ETF nichts anderes als börsengehandelte Fonds sind, können Sie ETF ganz normal wie Aktien an der Börse kaufen und auch verkaufen. Jeder ETF oder ETC hat eine sogenannte ISIN oder Wertpapierkennummer. Sie brauchen also nicht mit einer Fondsgesellschaft zu handeln und es gibt auch kein Risiko, dass eine Fondsgesellschaft die Rücknahme von Fondsanteilen vorübergehend einstellt (wie dies derzeit zum Beispiel bei offenen Immobilienfonds zum Teil der Fall ist).
Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich an der Börse kein Verkäufer respektive Käufer findet, können Sie einen ETF nicht sofort kaufen bzw. verkaufen. Aber dieses Risiko gibt es immer.
Gleiches gilt auch für die ETC, also die börsengehandelten Rohstoffe.
15.) Was passiert mit Dividenden, die von Firmen ausgeschüttet werden, die im ETF enthalten sind?
Eine gute Frage, die relativ leicht zu beantworten ist. In der Regel werden die Dividenden wieder in den ETF reinvestiert, Stichwort „thesaurierend”. Alternativ gibt es jedoch auch sogenannte „ausschüttende” ETF, bei denen diese Dividenden an die Anleger ausgeschüttet werden.
16.) Was bedeutet denn Thesaurierung bzw. thesaurierend?
Thesaurierung bzw. thesaurierend bedeutet nichts anderes, als das die Dividenden wieder in den entsprechenden Fonds reinvestiert werden.
17.) Was bedeutet eigentlich Indextracking?
Unter Indextracking versteht man die Nachbildung eines Index in Form von Wertpapierportfolios. Dies lässt sich durch ETF natürlich sehr gut umsetzen, da ein DAX ETF den Deutschen AktienindeX DAX nahezu 1:1 abbildet.
18.) Was bedeutet Total Expense Ratio (TER)?
Unter der Total Expense Ratio (TER) versteht man die Gesamtkostenquote, die Aufschluss darüber gibt welche Kosten bei einem Investmentfonds jährlich zusätzlich zum Ausgabeaufschlag anfallen. Die Total Expense Ratio ist daher bei ETF normalerweise immer deutlich niedriger als bei normalen Investmentfonds.
19.) Wo kann ich die Kosten, die für einen Fonds oder ETF anfallen, nachschauen?
Mit MIFID ist jeder Fonds gezwungen seine Kosten offen zu legen. Zwar gibt es immer noch den ein oder anderen Fondsanbieter, der sich versucht darum zu drücken, aber seit es MIFID gibt ist jeder Fonds gesetzlich verpflichtet seine Kostenstruktur offenzulegen. Die Kosten für die einzelnen ETF können Sie in unserer ETF Datenbank nachlesen oder bei den Banken erfragen, die den entsprechenden ETF ausgeben.
20.) Was ist ein SWAP?
ETF bilden Indizes entweder über ein möglichst identisches Portfolio ab oder über Swaps. Swaps sind dabei „Tauschgeschäfte” (englisch: to swap, deutsch: tauschen) zwischen zwei Vertragspartnern. Bei ETF mit Swap tauscht der ETF die Entwicklung der im Fonds enthaltenen Wertpapiere gegen die Entwicklung des dem ETF zugrundeliegenden Index. Der Swap-Kontrahent, in aller Regel eine Bank, ist dabei verpflichtet die Performance des zugrundeliegenden Index täglich bereitzustellen. Dies geschieht durch tägliche Preisveränderung des Swap-Kontraktes.
21.) Was ist XTF?
XTF ist das Handelssegment der Deutschen Börse AG, Frankfurt am Main, welches extra für den Handel (also sowohl Kauf wie auch Verkauf) von ETF/ETC eingerichtet wurde.
22.) Was geschieht mit einem ETF, wenn der zugrunde liegende Index neu gewichtet wird?
Bei einer Neugewichtung des Index muss natürlich auch der ETF dies nachvollziehen. Es liegt dabei jedoch im Ermessen der Fondsgesellschaft, zu welchem Zeitpunkt sie die Neuanpassungen vollzieht. Bei swapbasierten ETF ändert sich für den Anbieter des ETF nichts, denn der Anbieter hat mit seinem Swap-Partner eine Vereinbarung, in der sich dieser verpflichtet, die Indexrendite zu zahlen.
23.) Wieviel Gewicht sollte man dem Spread beimessen?
Den Spread kann man als Handelskosten betrachten, er ist also wichtig! Denn alle zusätzliche Kosten fressen bekanntlich Rendite. Daher ist eine möglichst hohe Liquidität – und damit verbunden die Möglichkeit jederzeit ein- bzw. auszusteigen zu können – ein wichtiges Entscheidungskriterium. Zudem sollte der ETF möglichst einen engen Spread aufweisen. Dabei ist aber zu beachten, dass ein ETF auf einen liquiden Index logischerweise eine engere Geld-Brief-Spanne aufweist als beispielsweise ein ETF auf einen der Emerging Markets (Schwellenländer).
24.) Warum werden manche ETF im Sekundärmarkt sehr eng gestellt und manche breiter?
Hierzu kann eine einfache Faustregel heranzogen werden: je höher die Marktabdeckung, desto niedriger die Liquidität des Index. Je entwickelter ein Markt, desto einfacher ist der Zugang zu den Aktien, die im Index enthalten sind. Dies führt zu einem engen Spread im Sekundärmarkt. Auf der anderen Seite gilt: je exotischer ein Markt, desto schwieriger der Marktzugang – folglich ist der Spread dann breiter.
Fazit: Ein ETF ist stets so liquide wie die dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere.
Darüber hinaus spielt natürlich auch die Zeitzone eine Rolle. Das bedeutet, dass es in Märkten, die zu unserer Uhrzeit geschlossen sind, für einen Market-Maker schwieriger wird, engere Kurse zu stellen.
25.) Warum gibt es praktisch keine ETF, die einen einzelnen Rohstoff abbilden?
In der Schweiz sind die Gold-, Silber-, Platin- und Palladium-ETF der ZKB bzw. der Julius Bär (Gold und Silber) bekannt. Alle diese ETF sind nach schweizerischem Recht aufgesetzt und investieren physisch in Edelmetalle. Eine physische Investition in andere Rohstoffe (etwa Weizen, Öl etc.) ist für einen Anbieter unsinnig. Ein Anbieter kann also einen Rohstoff ETF nur aufsetzen, wenn er diesen mittels einer synthetischen Replikation abbildet. Und gemäß den europäischen Fondsrichtlinien UCITS III muss ein ETF mindestens sieben verschiedene Positionen aufweisen.
Eine andere Möglichkeit, um direkt in einen Rohstoff zu investieren, bieten die ETC (Exchange Traded Commodities) und die vielfältige Welt der strukturierten Produkte an. Doch beide Produkttypen geniessen nicht den Schutz des Sondervermögens und weisen Gegenparteienrisiken auf. Somit empfiehlt es sich, den Anbieter genau zu prüfen und die Positionen zu diversifizieren.
26.) Neue ETF Innovationen finden Sie in Zukunft regelmäßig hier bei uns, ETFSuche.de – der Sharewise ETF/ETC Blog.
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