Archiv für die Kategorie ‘Hebelstrategie’
Lyxor übernimmt Hebel- und Short-ETF
Wie DasInvestment.com heute berichtet, übernimmt Lyxor vier Indexfonds von Société Générale Asset Management (SGAM) – einer Konzernschwester von Lyxor – darunter auch aktuell, besonders in den USA, umstrittene Hebel- und Short-ETF (wir berichteten).
Im Einzelnen übernimmt Lyxor dabei den Lyxor ETF Bear DJ Euro Stoxx 50 (ISIN: FR0010424135), welcher die Entwicklung des Eurozonen-Leitindex Dow Jones Euro Stoxx 50 auf Basis der Vortagesschlusskurse gespiegelt abbildet, sprich steigt der Dow Jones Euro Stoxx 5o, so verliert dieser ETF und fällt der Dow Jones Euro Stoxx 50, so gewinnt dieser ETF. Der Faktor, mit dem die Entwicklung dieses Index abgebildet wird ist dabei variabel und beträgt maximal -1. Weiterhin übernimmt Lyxor den Lyxor ETF XBear DJ Euro Stoxx 50 (ISIN: FR0010424143), der sich ähnlich verhält. Allerdings wird hier die Entwicklung des Dow Jones Euro Stoxx 50 nicht nur gespiegelt, sondern auch noch gehebel, wobei der Faktor hier maximal -2 betragen kann.
Warnungen vor Hebel- und/oder Short-ETF!
Schon letzte Woche kritisierte Stephan Heibel vom Börsenbrief “Heibel-Ticker” die Hebel- und Short-ETF und berichtete darüber, dass die US-Brokeraufsicht FINRA (Financial Industry Regulatory Authority) diese Produkte schon im Juni 2009 als “ungeeignet für Privatanleger” bezeichnete. Weiterhin berichtete Herr Heibel, dass die beiden Großbanken UBS und Morgan Stanley, offiziell “zum Wohle der Kunden”, aber inoffiziell wohl eher, weil die Umsätze dieser Produkte nach der Warnung der FINRA deutlich eingebrochen waren, vom Markt genommen haben.
Heute nun folgte auch die “Neue Zürcher Zeitung” in Ihrer Online Ausgabe “NZZ Online” diesen Warnungen der FINRA. So berichten die Schweizer unter der Überschrift “Nicht alle neuen ETF-Produkte sind ein Segen” zunächst darüber, dass das Indexfondssegment der Schweizer Börse vor einer Ausweitung stehe, da der ETF-Anbieter ETF Securities plane, 30 bis 70 seiner Produkte am Indexfondssegment der Schweizer Börse mit Namen SIX Swiss Exchange zu kotieren, wozu ETF Securities in Kürze Kontakt mit der Schweizer Finanzaufsicht Finma aufnehmen wolle. Weiter heißt es, dass damit erstmals sogenannte Leverage- (also Hebel-) und Short-ETF am Indexfondssegment SIX Swiss Exchange eingeführt würden. Insgesamt sei damit zu rechnen, dass auch andere Anbieter dem Weg von ETF Securities folgen werden und sich somit das Angebot an ETF an der SIX Swiss Exchange von derzeit 183 ETF deutlich vergrößern werde.
Ein Blick auf die Solarbranche und News aus dem ETF Markt
Heute möchten wir, liebe Leser und Leserinnen, aus gegebenem Anlass einen kurzen Blick auf die Solarbranche werfen und Sie im Anschluss über einige Neuigkeiten aus dem ETF Markt informieren. Wir haben uns also viel vorgenommen und möchten uns daher auch gar nicht mit langen Vorreden aufhalten. Kommen wir also zunächst zur Solarbranche.
Dort gab es gestern von der Solon SE Geschäftszahlen, die nicht besonders gut waren. Solon SE begründete diese Geschäftszahlen zum Einen mit einer temporären Schwäche des Geschäfts, kritisierte aber zugleich auch die Banken, die in der Kreditvergabe sehr restriktiv geworden seien. So habe die Gesellschaft sogar Probleme mit der Refinanzierung, wobei man davon ausgehe diese durch Gespräche mit den kreditgebenden Banken ausräumen zu können. Diese insgesamt alles andere als positiven Nachrichten nutzten einige Analysten dazu, die Solon Aktie abzustufen. So wurden zum Teil sogar Kursziele von nur noch 7 Euro ausgerufen. Und wie reagierte die Aktie? Nun, sie stand zwar ein wenig unter Druck, verlor aber zum Handelsende (angesichts dieser Nachrichten “nur”) rund 4%. Allerdings zog sie einige direkte Konkurrenten wie z.B. Q-Cells zumindest vorübergehend mit nach unten. So gewannen Q-Cells kurz nach Handelsstart noch ca. 2%, verloren dann jedoch zwischenzeitlich fast 5% um am Handelsende sogar wieder leicht ins Plus zu drehen.
Korrektur an den Aktienmärkten geht wie erwartet weiter!
Die Anfang der Woche begonnene Korrektur an den Aktienmärkten setzte sich auch heute weiter fort. So verlor der Dow Jones zum Handelsende fast 185 Punkte oder mehr als 2% auf 8.284,89 Punkte. Dabei begann der Handelstag in den USA schwach und diese Schwäche hielt der Markt dann trotz zwischenzeitlicher Rallyversuche auch durch. Belastet von den US-Börsen fiel dann natürlich auch der DAX und das sogar noch etwas stärker, nämlich 126,50 Punkte oder mehr als 2,6% auf 4.727,61 Punkte. Wie bereits geschrieben, gehen wir nicht davon aus, dass dies schon das Ende der alles in allem aber gesunden Korrekturbewegung war, denn der Dow Jones hat durchaus noch Platz nach unten bis etwa 8.000 Punkte und der DAX dementsprechend bis knapp unter 4.500 Punkte. Da besonders die Bankaktien die Korrektur derzeit anführen, so wie sie ja auch zuvor die Kursrally angeführt hatten, kam unsere Verkaufsempfehlung für die Banken ETF genauso zum absolut richtigen Zeitpunkt wie unsere Kaufempfehlung Anfang März. Perfektes Timing also, wenngleich da natürlich auch etwas Glück dazugehörte…
Doch damit erst einmal genug zum Markt allgemein und wie gestern angekündigt zu dem Artikel der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, FAZ.net über “Börsengehandelte Indexfonds (ETF)“. Dort berichtet David Bogoslaw, dass es eine alte Regel sei, dass die meisten aktiv gemanagten Fonds die entsprechenden Indizes nicht schlagen würden, was richtig ist wie etliche Studien belegt haben. Daher setzten Investoren zuletzt verstärkt auf diese Anlageklasse, doch wie meistens war das, was die meisten tun, falsch. Denn gerade zuletzt, in der Kursrally seit Anfang März, hätten aktiv gemanagte Fonds die ETF outperformt, was ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist.
Neue ETF “Innovationen” führen die ETF Idee ad absurdum
Wie wir hier ja schon desöfteren berichtet haben und wie Sie auch in unseren FAQ unter “Was ist ein ETF?” nachlesen können, handelt es sich bei ETF/ETC um Sondervermögen, dass im Falle einer Bankenpleite geschützt ist. Ferner sind ETF/ETC normalerweise sogenannte passive Indexfonds, die einen Index wie z.B. den Deutschen AktienindeX DAX 1:1 abbilden. Da 80% bis 90% der “normalen”, aktiv gemanagten, Fonds einen solchen Index underperformen, wollte man durch ETF solche Indizes kostengünstig investierbar machen, was ja auch recht gut gelungen ist, wie der “Siegeszug” der ETF/ETC zeigt.
Doch plötzlich sind ganz neue “Trends” am ETF/ETC Markt auszumachen. So gibt es auf einmal sehr komplizierte ETF Konstruktionen, die zum Teil selbst institutionelle Investoren kaum mehr verstehen wie z.B. sogenannte Zins Volatilitäts ETF wie den Interest Rates Volatility TR Index mit der ISIN: LU0378818644 oder den Euro Interest Rates Volatility Short TR Index mit der ISIN: LU0378818727 aus dem Hause db x-trackers. Die Deutsche Bank ETF Tochter db x-trackers ordnet diese neuen ETF dabei selbst schon richtig ein, wenn sie schreibt, dass diese neuen ETF “sich vornehmlich an institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen richten, die sich gegen Veränderungen der Zinsvolatilitäten absichern wollen ohne dabei derivative Finanzinstrumente einzusetzen”, was ja im Umkehrschluss nichts anderes bedeutet, als das diese neuen ETF eben solchen derivativen Produkten stark ähneln.
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