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Gold-ETF-Bestände steigen
Obwohl der Goldpreis in der letzten Woche um drei Prozent gefallen ist, haben sich die Gold-ETF-Bestände erhöht. Der weltweit größte Exchange Traded Fund (ETF) für Gold, der SPDR Gold Trust (GLD) hat nach aktuellen Zahlen seine Bestände um drei Tonnen auf insgesamt 1.277,11 Tonnen Gold erhöht. Das ist ein Zuwachs von 0,24 Prozent, der im Gegensatz zum Rückgang des Goldpreises im gleichen Zeitraum steht.
Auch die Gold-ETFs in Indien haben gegen den weltweiten Trend zugelegt, und sind im April laut der indischen Association of Mutual Funds um 3,4 Prozent gestiegen. Innerhalb eines Jahres betrug hier der Zufluss an Investorengeldern sogar 45 Prozent. Der Gesamtwert der indischen Gold-ETFs ist mit 120 Mio. US-Dollar zwar deutlich geringer als die 65 Mrd. Dollar des GLD, bestätigt aber den aktuellen Trend zu höheren Investitionen in Gold. Die ET-Fonds müssen die Goldbestände für die Deckung der Anteilsscheine ihrer Anleger halten und unterscheiden sich darin von den Gold-Zertifikaten, die lediglich mit Optionsscheinen auf Gold spekulieren.
Anhand dieser Zahlen lässt sich zumindest sagen, dass der aktuelle Preisverfall nicht von einem Rückgang der Investitionen in Gold begleitet wird. Solange die Nachfrage nach Gold hoch bleibt, wird auch langfristig der Goldpreis weiter steigen. Dazu trägt auch bei, dass die Goldförderung in den letzten Jahren nicht erhöht werden konnte, obwohl der Goldpreis kontinuierlich gestiegen ist. In den vergangenen Jahrzehnten hatte ein Anstieg des Goldpreises immer zu einer Ausweitung der Förderung geführt, da sich dann auch der Abbau weniger ertragreicher Ressourcen gelohnt hatte. In den einst größten Goldminen der Welt in Südafrika ist zum Beispiel im Vormonat März die Förderung um weitere 11,6 Prozent zurückgegangen.
Im Kontrast zu den Goldbeständen steht die Entwicklung der Bestände beim weltweit größten Silber-ETF, dem iShares Silver Trust (SLV). Dieser musste in der vergangenen Woche kontinuierlich niedrigere Zahlen melden. Laut den offiziellen Zahlen, die der Anbieter auf seiner Webseite veröffentlicht, sanken die Silber-Bestände in der letzten Woche um netto 72,45 Tonnen.
Arabsche ETFs von van Eck
Exchange Traded Funds (zu deutsch: börsennotierter Fonds) sind Investmentfonds, die über die Börse gehandelt werden. Als Anteilseigentümer besitzen die Fondsinhaber einen Bruchteil an einem Sondervermögen. Dies ist mittlerweile weltweit eine beliebte Anlagemöglichkeit.
Die 1955 in den USA gegründete Investmentgesellschaft Van Eck beabsichtigt, zwei Exchange Traded Funds an der Börse in Saudi Arabien zu platzieren. Die saudi-arabische Wertpapierbörse heißt Tadawul und hat ihren Sitz in der Hauptstadt Riad. Der erste Fonds, den Van Eck dort platzieren möchte, ist der Market Vectors Saudi Arabia ETF. In den Market Vectors Saudi Arabia ETF dürfen alle Aktien, die am Golfstaat gehandelt werden, eingekauft werden.
Der zweite Fonds mit dem Namen Market Vectors Saudi Arabia Small-Cap ETF soll – wie aus der Bezeichnung bereits ersichtlich ist – nur Nebenwerte enthalten. Die Indizes, auf die sich beide Fonds beziehen sollen, werden dann laut Antrag von Van Eck, der zur Zeit der US-Finanzaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) vorliegt, von der Frankfurter Structured Solutions AG ausgerechnet werden.
Die Structured Solutions AG ist ein anerkannter, deutscher Finanzdienstleister und hat sich auf die Berechnung von Indizes für die Nebenmärkte spezialisiert. Das Unternehmen arbeitet bereits erfolgreich mit verschiedenen US-Gesellschaften zusammen. Die Basisindizes sollen sich ausschließlich auf Gesellschaften beziehen, die ihren Hauptsitz in Saudi-Arabien unterhalten oder den größten Teil ihres Umsatzes dort erwirtschaften. Dabei betragen die Marktkapitalisierungen als Minimum 150 Millionen Dollar.
Die Finanzaufsicht in Saudi-Arabien hat allerdings bisher immer unterbunden, dass sich ausländische Anbieter auf dem Markt ansiedeln. An der saudi-arabischen Börse gibt es seit dem Frühjahr 2010 allerdings immerhin börsennotierte Indexfonds, die von der Finanzaufsicht auch für ausländische Kapitalgeber zugelassen sind. Ausländische Anbieter sind weiterhin nicht an der dortigen Börse vertreten. Zur Zeit ist davon auszugehen, dass das Verfahren und die Zulassung der beiden Fonds von der US-amerikanischen Fondsgesellschaft Van Eck noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, Beobachter rechnen schlimmstenfalls mit einem Zeitrahmen von über einem Jahr.
Für ETF-Händler stehen die Zeichen auf Verkauf.
Auf den Einbruch des Aktienmarktes am Montag reagierten die ETF-Anleger überlegt. Von verhaltenen Umsätzen und einer Dominanz von Verkäufen, sprach Alexander Kuppler von der Deutschen Bank. Andreas Bartels von der Commerzbank kann das nur bestätigen. Er sprach von einem Verhältnis von 60 Prozent Käufern zu 40 Prozent Verkäufern. Investoren kauften DAX-, Euro Stoxx 50-, Schwellenländer- und Branchen-ETFs.
Europaweiter Auslöser für die niedrigen Kurse waren am Montag mögliche Probleme bei der Durchsetzung des Reformkurses in Europa. Die am Sparkurs zerbrochene Regierung in den Niederlanden und der Vorsprung von Hollande bei den französischen Präsidentschaftswahlen sowie unerwartet schlechte Konjunkturdaten taten ein Übriges. Unter Einbuße der Gewinne der Vorwoche fiel der DAX auf 6.523 Punkte, einem Tiefstand wie zuletzt Ende Januar.
Trotz positiver Kursentwicklung an den Börsen war der ETF-Handel mittelprächtig. Die Umsätze stiegen wieder an. Mehr Verkäufe in DAX- (WKN ETF001) und Euro Stoxx-Produkten (WKN ETF050) meldet Bartels. MSCI World- (WKN ETF110) und MSCI EMU-Indexfonds (WKN ETF112) hingegen, wurden abgestoßen. Gekauft wurde bei MSCI USA- und MSCI North America-ETFs (WKN ETF120, ETF113).
Mark Schönbrodt )DekaBank) berichtet von Verkäufern im Bereich der Bluechip-Tracker (WKN 593393, 593395, 264388) und von Käufern im Short-DAX (WKN DBX1DS). Laut Kuppler hielten sich Zu- und Abflüsse bei DAX- und Euro Stoxx-Trackern die Waage (WKN DBX1DA, DBX1SS), von einige Käufen im MDAX-ETF (WKN 593392) abgesehen.
Bei den Sektoren-ETFs sind Investoren mit Indexfonds die Bankaktien enthalten (WKN 628930, ETF062), vorsichtig.Der iShares Euro Stoxx Banks hat in den letzten vier Wochen über ein Fünftel seines Wertes verloren.
„Besser erging es Indexfonds mit Versorgern (WKN ETF079)“ sagt die Commerzbank. Gleiches gilt für Tracker von Unternehmen der Lebensmittel- (WKN ETF067) und Grundstoffbranche (WKN ETF063). Abgaben bei Versicherungs- (WKN DBX1SN), und Zuflüsse in Immobilien-ETFs (WKN DBX0FY) meldet die Deutsche Bank und die DekaBank meldet Zuflüsse in der Tourismus- und Freizeitbranche (WKN A0H08S).
Schwellenländer-ETFs, sofern nicht breit gestreut (WKN DBX1EM), befinden sich im Aufwind (WKN EFT127) sagt Bartels, auch auf Indexfonds mit brasilianischen Unternehmen (WKN DBX1MR) trifft dies zu, erklärt die Deutsche Bank sowie auf europäische Staatsanleihen ETFs (WKN ETF503).
Aktive ETFs – Zukunft oder Risiko der Branche?
Exchange-traded funds, kurz ETF sind bisher eher als Indexfonds bekannt und orientieren sich somit am Index einer vorher festgelegten Gruppe von Aktien. Dabei sind aktiv gehandelte ETFs mittlerweile auf dem Vormarsch, Bill Gross, der Gründer der Investmentfirma Pimco in den USA hält mit einem Volumen von 250 Milliarden Dollar den bisher weltweit größten ETF namens Pimco Total Return bereit, von dem es auch eine aktive Variante gibt.
Da das Konzept sich immer weiter durchsetzt, beantragen auch immer weitere Wettbewerber die Zulassung ihrer aktiven Fonds. Aktive ETFs konkurrieren stark mit herkömmlichen ETFs, aber auch mit anderen, aktiv gehandelten Fonds, sie lassen die Grenzen verschwimmen. So sind aktive ETFs in der Regel mit 0,55 Prozent günstiger bei den Verwaltungsgebühren als aktive Fonds, dagegen aber nur wenig teurer als normale ETFs, die zwischen 0,2 Prozent und 0,5 Prozent liegen.
In einem Punkt aber ähneln die aktiven ETFs den der herkömmlichen Exchange-traded funds, sie müssen nämlich ihre Portfolioaufteilung täglich mitteilen, aktive Fonds tun dies in der Regel nur wöchentlich. Um die aktiven ETFs möglichst liquide zu halten, handeln oft mehrere Bänker und Broker mit einem ETF. Sogar der An- und Verkauf läuft anders als bei anderen Börsengeschäften: ETFs werden in der Regel nur über die Banken gehandelt, außerdem werden sie ständig zu ihrem Nettoinventarwert gehandelt. Sollte der ETF von Gross erfolgreich sein, so sollte sich das auch auf die Fonds anderer Anbieter projizieren lassen, zum Beispiel steigt die Firma Blackrock nun auch in den Handel ein, ebenso wie Fidelity, die T. Row Price Group und Power Shares.
Entgegen aller Prognosen verläuft die Entwicklung bisher nur langsam: Weltweit werden erst 60 verschiedene aktive ETFs gehandelt, an der deutschen Börse ist es bisher sogar nur einer. ETF-Kopien normaler aktiver Fonds sind zudem nicht immer detailgetreu, bei Gross’ Angebot muss der Anleger auf Derivate wie Optionen, Futures und Swaps verzichten. Zudem ist das Volumen des ETF deutlich geriner: Während der Fond Total Return momentan mit rund 250 Milliarden Dollar gehandelt wird, steht der aktive ETF nur bei rund 175 Milliarden Dollar.
Exchange-traded fund (ETF) sind dank ihrer niedrigen Verwaltungsgebühren speziell bei Konsumenten eine populäre Assetklasse geworden. Durch das Produktversprechen der Anlage in solide Unternehmensaktien, die nach Zusammensetzung eines bestimmten Index ausgewählt werden, wird in ETFs Solidität, geringes Risiko und Vorhersehbarkeit der Investitionen signalisiert.
In den letzten Monaten stehen ETFs allerdings zunehmend in der Kritik, intransparente Produkte mit derivatartigem Charakter zu sein. Um einerseits Kunden besser zu informieren, und auf der anderen Seite spezielle systemische Risiken zu vermeiden, hatte die Europäische Union durch die European Securities and Markets Authority (ESMA) Vorschläge zur Regulierung und Aufsicht erarbeiten lassen. Diese Vorschläge wurden in einer Neufassung der EU-Richtlinie UCITS V mit Inkrafttreten zum 1. Juli 2011 zur Finanzaufsicht umgesetzt.
Neben Transparenzvorschriften enthalten die Vorschläge Maßnahmen zur Reduzierung von Swaps, Shorting und anderen Aktienleihgeschäften innerhalb von ETFs. Die scheinbare Solidität von aktienbasierten Exchange-traded fund (ETF) ist durch solche Geschäfte erheblich geschwächt. Basieren eine Vielzahl von ETFs sich auf geliehene Werte so besteht ein starkes Risiko eines dominoartigen Kollapses auf dem ETF-Markt.
Neuerdings laut werdende Kritik an den Vorschlägen der ESMA, in welcher die Ansätze der ESMA als zu schwach und wirkungslos bezeichnet werden, weißt die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zurück und nimmt die ESMA in Schutz. Zunächst handele die ESMA im Auftrag der Politik und nach geltenden Gesetzen und Vorschriften. Deshalb müsse ein erweitertes Mandat von der Politik kommen. Zusätzlich drückte BaFin den Wunsch nach einer zentralen europäischen Finanzaufsicht aus.
Neben den strukturellen Risiken der Exchange-traded fund (ETF) geraten nun auch die Gratifikationen der Manager von Fonds ins Visier der Regulierer. Bonus- und umsatzbasierte Entlohnung steigere das Risikoverhalten bei den Fondsmanagern und verleite zu Risikoverhalten bei den Brokern. Gratifikation und Gehaltsstruktur solle deshalb dem Risikoprofil der Investmentprodukte entsprechen, und nicht zu konfligierendem Verhalten anleiten.
Die ETF-Branche hat auch weiterhin einen schweren Stand
Die sogenannten börsenorientierten Indexfonds (ETFs) werden in einem Papier der ETF-Spezialistin Ursula Marchioni als nach wie vor schwieriger Sektor auf dem Finanzmarkt beschrieben. Marchioni arbeitet für die Schweizer Bank Credit Suisse und ist dort in erster Linie für ETFs zuständig. Ihrer Aussage nach, die am Montag veröffentlicht wurde, ist das Umfeld der Branche nach wie vor sehr kompliziert, weiter äußerte sich die Finanzexpertin so: “Immer noch gibt es starke Gegenströme”. Als Gründe für die schwierige Situation gab sie in erster Linie die weltweit vorhandenen konjunkturellen Unsicherheiten und die nach wie vor nicht ausgestandene Schuldenkrise in Europa an. Diese Faktoren führten in der Folge dazu, dass sich potentielle Anleger bezüglich Investitionen in ETFs deutlich zurückhaltender zeigten.
Die Credit Suisse zählt zu den größten Anbietern der börsenindexierten Indexfonds und rangiert auf Platz vier der Rangliste. Diese wird anhand des verwalteten Vermögens aufgestellt.
Entgegen der schlechten Prognose erwartet die Bank an und für sich jedoch einen Zuwachs an Investoren, da die Vorschläge zu der künftigen Vorgehensweise mit den ETFs durch die Regulierungsbehörden der Europäischen Union wider Erwarten zurückhaltender ausgefallen sind. Viele Experten hatten mit weit strengeren Reglementierungen gerechnet. Laut Marcioni sollte gerade der eher zurückaltende Umgang der EU Finanzaufsicht ESMA dazu dienen, “die Bedenken der Investoren zu verringern”.
Der europäische Markt für ETFs ist nach Angaben der Deutschen Bank im Geschäftsjahr 2011 um ein Prozent geschrumpft, was zwei Gründe hat: zum einen sind die Kurse von Aktien und Wertpapieren als Folge der Unsicherheiten durch die europäische Finanzkrise insgesamt gesunken. Zum anderen führte diese Unsicherheit zu einem äußerst zurückhaltenden Investitionsverhalten der Anleger. Seit der Einführung der ETFs war 2011 das erste Jahr, in dem der Markt kleiner geworden ist. Im Gegensatz dazu war der Januar 2012 bislang durchaus positiv. Auch wenn die Credit Suisse keine konkreten Prognosen für 2012 abgeben wollte, erwartet das Institut doch für 2012 ein insgesamt positives Jahr für die ETF-Industrie in Europa.
Ungewöhnlich hohe Nachfrage nach ETFs im letzten Januar
Zu Jahresbeginn wurden die börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds – kurz ETFs) in den USA ungewöhnlich stark nachgefragt. Damit ist das ETF-Geschäft so stark wie noch nie in einem Januar gewesen. Wie Zahlen der Deutschen Bank vom Montag zeigen, investierten Anleger unter dem Strich insgesamt 28 Mrd. Dollar frisches Kapital in die börsennotierten Indexfonds. Damit wird das Geschäft mit dem fünftstärksten monatlichen Zufluss seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1993 belebt. Ein großer Anteil dieses Geldes sei laut Deutscher Bank an Aktien-ETFs gegangen. Vor allem der US-Aktienmarkt und globale Indizes mit zyklischen Werten profitierten von dem frischen Geld.
Auch wenn die Zuflüsse in börsennotierte Indexfonds zu Jahresanfang regelmäßig besonders stark sind, überrascht der Januar 2012 mit seiner ungewöhnlichen hohen Nachfrage. Zum Anfang eines jeden Jahres stellen Investoren ihre Portfolios neu auf und regen so das Aktiengeschäft an. Aber auch ohne diesen alljährlichen saisonalen Effekt sind die Zuwächse in diesem Januar außergewöhnlich hoch. In Fachkreisen wird dies mit der anhaltenden Kursrally am Aktienmarkt begründet. Viele neue Anleger wollen von den Möglichkeiten am Aktienmarkt profitieren und setzen auf die börsennotierten Indexfonds. Banken bieten an, die vielfältigen ETF-Angebote in einem Portfolio zu kombinieren und sie so als Sparplan oder als Einmalanlage zu nutzen.
ETF – Anbieter beraten über Selbstregulierung
Nach den Turbulenzen der internationalen Finanzbörsen in den letzten Monaten und Jahren sind die Anbieter der börsennotierten Fonds uneins, wie sich die Branche in Zukunft weiter entwickeln soll. Der Ruf der börsennotierten Fonds hat unter den Vorfällen der Finanzkrise schwer gelitten. Bevor der staatliche Regulator eingreift, wollen die Anbieter der eigentlich durchaus beliebten Finanzprodukte eigene Vorschläge zur Marktregulierung unterbreiten. Bis zur Frage nach der Notwendigkeit einer neuen Regulierung ist man sich unter den Anbietern noch einig. Über die konkreten Wege und Maßnahmen dagegen nicht.
Mit dem Argument, neue Produkte seien innovativ argumentieren die Einen, eine Rückkehr zu mehr Kontrolle und Transparenz der Produkte fordern die Anderen.
Die internationalen Gremien „Bank für internationalen Zahlungsausgleich“ (BIZ), der „Internationale Währungsfonds“ (IMF) und der Finanzstabilitätsrat haben vor den Risiken für die internationalen Finanzmärkte gewarnt.
Die tatsächlichen Risiken von ETF und die Entfernung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft könnten Verwerfungen am Aktienmarkt hervorrufen. Dabei ist bei Lichte betrachtet der ETF – Handel nichts anderes, als ein passiv gehandelter Investmentfond.
Doch das Handling durch Hochfrequenz-Trader, sowie Wertpapier-Leihgeschäfte und Swap-Derivatgeschäfte machten den ETF-Handel immer unübersichtlicher und sorgten für negative Schlagzeilen.
Vor diesem Hintergrund werden Regulierungsvorschläge gegen den schleichenden Imageverlust und die schädlichen Auswirkungen des ETF-Handels entwickelt. Die einen Regulierungsvorschläge beziehen sich auf eine neue Begriffsbestimmung, welche Produkte sich in Zukunft noch ETF nennen dürfen, die anderen auf eine Reduzierung des Händlerkreises bis hin zum Ausschluss von Privatpersonen aus dem ETF-Handel. Beide Richtungen haben ihrer Befürworter und Gegner.
Experten rechnen nicht mit einer kurzfristigen Einigung innerhalb der Branche. Ein erkennbarer Trend ist in Richtung der Begrenzung des Anlegerkreises zu beobachten. Die britische Finanzaufsicht zieht in Erwägung, Privatanleger für den Handel mit ETF auf Derivatbasis gar nicht mehr zuzulassen, in den USA ist der Zugang zu ETF für Privatanleger eingeschränkt. Vorläufig eine Geschichte ohne Ende.
Investmentfonds, die selbst an der Börse gehandelt werden, waren lange Zeit bei Anlegern beliebt, wegen der relativ hohen Flexibilität und einer gewissen Minimierung des Risikos. Wünschenswert ist eine sinnvolle Regulierung, die privaten Anlegern auch zukünftig den Handel mit ETF ermöglicht.
ETF-Anleger weiterhin skeptisch
Trotz den jüngsten Kursanstiegen am europäischen Aktienmarkt blieben ETF-Anleger in der vergangenen Woche weiter skeptisch und sollten damit auch Recht behalten, wie Michael Görgens, Leiter des ETF-Handels bei der Börse Stuttgart erklärt.
Die Abstufung mehrerer Euroländer durch die Ratingagantur Standard & Poors (S&P), darunter mit Frankreich auch eines der wichtigsten Zugpferde Europas, beschäftigte am Freitag die Märkte massiv. Die positive Grundstimmung der Aktienmärkte wurde demnach noch vor dem Wochenende wieder getrübt und es kam zu vermehrten Verkäufen auf den europäischen Aktienmärkten.
Die Verkäufe von börsengehandelten Fonds stiegen sowohl in Deutschland, als auch europaweit wieder an. Görgens bestätigt, dass zusätzlich auch taktisch agierende Anleger auf fallende Kurse gesetzt haben. Bei den Leitindizes Dax und EuroStoxx 50 gab es einen deutlichen Anstieg von Käufen von Short-ETFs. Investoren in den Schwellenländern ließen sich von den Herabsetzungen europäischer Ratings hingegen nicht beeindrucken und kauften weiterhin mit Überschwang. Im Gegensatz zum Dax wurde hier die gute Stimmung weiter aufrechterhalten und so konnten außergewöhnlich gute Ergebnisse erzielt werden, so Görgens weiter.
Der vorherrschende Trend unter ETF-Anlegern weiterhin Positionen bei Rohstoffen abzubauen blieb unterdessen aufrecht. Görgens beschreibt die Situation bei Fondprodukten auf dem Anleihenmarkt mit gemischten Gefühlen: “Durch das neue Allzeithoch, das der Bund-Future im Wochenverlauf generierte, setzte ein Teil der Investoren auf eine Gegenbewegung.” Andere Broker gingen hingegen davon aus, dass die Aufwärtsbewegung anhalten könnte. Aus den Statistiken des Börsenbetreibers lässt sich indes erkennen, dass am Anleihenmarkt insgesamt die Käufer in der Überzahl lagen.
“Deutlich” mehr Käufe als Verkäufe von ETFs bedeutet, dass mindestens ein Verhältnis von 70:30 von Käufen zu Verkäufen vorgelegen haben muss. Als “etwas” mehr Käufe wird in der Brokersprache ein Verhältnis zwischen 70:30 und 55:45 bezeichnet. Ausgeglichen ist dieses Verhältnis zwischen 55:45 und 45:55. Das gleiche Prinzip lässt sich demnach natürlich ebenso bei einem Überhang von Verkäufen zu Käufen anwenden.
ETFs sind in Krisenzeiten die besten Anlagemöglichkeiten
Die ungewisse Entwicklung der Börsen 2012 könnte dafür sorgen, dass ETFs, also börsennotierte Indexfonds in der Gunst der Anleger steigen, im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds. Die unabhängige ETF-Analystin Deborah Fuhr, die den Markt für ETFs seit 1996 beobachtet, sagt, dass ein solches Marktumfeld gerade für ETFs sehr positiv sei. Die Analystin die sich am längsten mit genau diesen Produkten beschäftigt, erklärt weiter, dass genau diese Produkte bei Anlegern bevorzugt werden.
In solchen Börsenphasen sinken, laut Experten, die Chancen auf Mehrerträge vor allem durch aktives Portfoliomanagement. Die geringen Kosten der ETFs und die hohe Liquidität rücken dabei in den Vordergrund. Durch die Schuldenpleite in Europa gibt es derzeit nur wenige Optimisten an den deutschen Börsen, das Thema Verschuldung bleibt weiterhin dominierend und sorgt so für eine gehörige Portion Vorsicht auf dem Parkett.
Florian Weber von Schnigge, einer Wertpapierhandelsbank, geht sogar noch einen Schritt weiter und behauptet, dass selbst wenn eine Lösung für die Euro-Krise in Sicht wäre, würde das Problem noch lange nicht am nächsten Tag verschwunden sein. Die Vergangenheit zeigte, dass börsennotierte Indexfonds gerade dann hohe Zuflüsse hatten, wenn auf den Aktienmärkten ein rauer Wind wehte.
Zur gleichen Zeit verabschiedeten sich Investoren aus aktiv gemanagten Fonds, bestes Beispiel ist die Finanzkrise 2008. Anleger zogen aus aktiv gemanagten Fonds rund 229 Milliarden Dollar ab, wie Zahlen des US-Vermögensverwalters Blackrock zeigen. Gleichzeitig aber vertrauten Anleger 54,3 Milliarden Dollar frisches Kapital in ETFs an.
Auf den ersten Blick scheint dies verwunderlich. Während börsennotierte Indexfonds die Finanzmarktindizes eins zu eins abbilden sollen und zwar unabhängig vom Marktfeld, können aktive Fonds in turbulenten Phasen schnell verkauft und Crashreserven angelegt werden, um die Portfolien vor Kursrückschlägen zu bewahren. Doch die Erfahrung zeigt in Augen von dem Portfoliomanager Michael Winkler beim Vermögensverwalter Feri Trust, dass dies nur sehr selten funktioniert.
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