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Archiv für die Kategorie ‘Edelmetalle’
Starke Goldnachfrage treibt den Preis auf Rekordhöhen
In turbulente Zeiten an den Finanzmärkten suchten Investoren seit jeher möglichst sichere Anlagemöglichkeiten. Sie fanden diese im Gold und nach diesem bewährten Verhaltensmuster greifen auch jetzt Anleger zu diesem Edelmetall, da die Aktienkurse an den internationalen Börsen auf Berg- und Talfahrt gehen.
Dies wurde vor kurzem auch von vielen Beobachtern der Märkte, wie beispielsweise Analysten der Commerzbank Corporates & Markets, mit Nachdruck bestätigt. Als wichtiger Indikator wird dabei der Zufluss in Gold-ETs gesehen. So erhöhte sich der Goldbestand beim bedeutendsten Gold-ETF weltweit, dem SPDR Gold Trust, im Laufe der vergangenen Woche um insgesamt 26,7 Tonnen.
Durch die gesteigerte Nachfrage nach Gold steigt gemäß den Marktgesetzen natürlich auch dessen Preis. Dieser Preisaufschlag kann als Prämie für eine sichere Anlage, vergleichbar einer Versicherungsprämie, angesehen werden. Je stärker die Krise auf den Finanzmärkten, desto höher steigt nach diesem Modell auch die Prämie für einen sicheren Anlagewert. Es kann also nicht verwundern, wenn auf Grund einer großen Nervosität an den Börsen der Marktpreis des Goldes nicht nur den psychologisch bedeutsamen Wert 1.800 USD je Feinunze übersprungen hat, sondern anscheinend mühelos am vergangenen Donnerstag einen Wert von über 1.850 USD Dollar erreichte.
Dieses Rekordniveau beim Goldpreis schlägt sich auch bei einer großen Anzahl anderer wichtiger Währungen nieder. So muss für die Feinunze Gold fast 1.300 Euro bezahlt werden. Die bedrohliche Krise, in der sich diese europäische Währung momentan befindet, trägt mit großer Wahrscheinlichkeit zu dieser Entwicklung bei. Jedoch selbst bei einem solch stabilen Konstante am Finanzmarkt wie dem Schweizer Franken werden ungeahnte Höchstpreise für Gold notiert.
Aus diesen Beobachtungen beim internationalen Goldpreis kann nur geschlossen werden, dass die Ängste vor einer andauernden Krise an den Finanzmärkten und letztendlich vor einer Weltwirtschaftskrise alle bisherigen Strategien beim Investment in Frage stellen. Gold als relativ stabiler Wert wird dagegen eine hohe Nachfrage erfahren und damit wird dessen Preiskurve konstant nach oben zeigen. Dies ist selbstverständlich ein Glücksfall für Länder wie China, die auf eine verstärkte Gewinnung von Gold aus eigenen Minen zurückgreifen können.
Goldpreis auf Allzeithoch – ETF Goldbestand wächst rasant
Was schon Honoré de Balzac treffend erkannte, hat bis heute nichts an Wahrheit eingebüßt und ist aktueller denn je. Die U.S.-Schuldenkrise und der ständig drohende Finanzkollaps in Teilen der Euro-Zone haben eine nachhaltige Verunsicherung bei den Anlegern zur Folge. Das Vertrauen in einstmals solide Volkswirtschaften und deren Währungen schwindet. So verwundert es wenig, dass in Zeiten solch allgemeiner Skepsis ein Großteil der Anleger die Flucht in beständige Werte antritt.
Gold erlebt dieser Tage eine ungeahnte Renaissance. Das krisensichere Edelmetall verzeichnete einen Preisanstieg von 480$ pro Unze – innerhalb eines Jahres. Allein im vergangenen Monat schoss der Preis um 149$ nach oben. Der fortgeschrittene Sturzflug von Dow Jones und DAX beförderten den Goldpreis binnen kürzester Zeit auf ein neues Rekordhoch von 1681$ pro Unze. Tendenz: weiter steigend.
Ein besonders prägnantes Beispiel für diesen Trend ist die Entwicklung beim weltgrößten börsennotierten Indexfonds ETF. Der Goldbestand des SPDR Gold Trust wuchs innerhalb eines Tages um 20 Tonnen auf 1281,76 Tonnen und nähert sich weiter dem bisherigen Rekordvolumen von 1320,43 Tonnen ( Juni 2010 ). Trotz der ungebremsten Umschichtung in Gold seien wir jedoch noch weit entfernt von der allseits gefürchteten Goldblase, so versichert z.B. Jeffrey Nichols, geschäftsführender Direktor von American Precious Metals Advisors. Laut seiner Prognose könne der Goldpreis im Extremfall auf bis zu 3000$ pro Unze steigen, bevor die Blase platzt. Gold ist derzeit adäquat bewertet – mit einem enormen Spielraum nach oben.
Der sichere Hafen bietet allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Liegeplätzen. Sobald das Interesse der Masse geweckt ist und der breite Run auf das Krisenmetall einsetzt, darin sind sich die Analysten einig, wäre es vorbei mit der vermeintlichen Sicherheit. Professor Nouriel Roubini (Buchautor, Dr.Doom) empfiehlt daher jedem der tatsächlich um seine Sicherheit besorgt ist, einen Vorrat an Waffen, Dosennahrung und anderen Waren aufzustocken, die man in seinem Blockhaus tatsächlich gebrauchen kann.
Seit 2004 haben sich börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf Gold und Silber immer mehr zur Marktmacht entwickelt. Dieser rasante Aufstieg wird allerdings auch mit Skepsis betrachtet: Immer mehr Anleger haben Angst vor der Unberechenbarkeit der Anlage in Gold in Silber, die durch ETF-Giganten hervorgerufen wird.
Durch ETFs wurden Anlagen in Edelmetalle einfach und für jeden greifbar. Ähnlich wie beim Kauf von Wertpapieren, müssen sich die Anleger auch bei Indexfonds auf Edelmetalle keine Gedanken um die Lagerung der physischen Anlage machen. Sie kaufen Fondsanteile und der ETF hinterlegt für die vom Anleger eingesetzte Summe Gold und Silber bei einer Depotbank. Gerade diese Einfachheit hat ETFs in der Vergangenheit so beliebt gemacht. So ist der Goldpreis seit der ersten Jahreshälfte 2009 von ca. 850 Dollar auf 1.575 Dollar pro Feinunze gestiegen.
Doch bei allen Vorteilen darf nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Wert nicht stabil ist und im Mai 2011 um immerhin 60 Dollar sank – man vermutet, dass der Grund dafür George Soros (Soros Fund Management) ist, der seine Anteile am SPDR Gold Trust verkauft hatte.
Dieses Gerücht wurde nun von der amerikanischen Börsenaufsicht bestätigt: Im ersten Quartal 2011 hat Soros seine kompletten Anteile am iShares Gold Trust verkauft und hält nur noch 1 Prozent Anteil am SPDR Gold Trust – Die restlichen 800 Millionen Dollar schweren 99 Prozent hat er veräußert, und auch andere große Hedge-Fonds steigen aus dem Geschäft aus.
Investoren am Rohstoffmarkt ist diese Situation neu. Erstmals seit Bestehen der Edelmetall-ETFs ist unklar, wie sich der Preis der Rohstoffe entwickelt. Eine starke Belastung für den Goldpreis ist nicht ausgeschlossen. Noch düsterer sieht es bei Silber-ETFs aus. Jüngst ist der Preis von knapp 50 auf unter 35 Dollar pro Feinunze gerutscht. Dass sich dieser Wert stabilisiert oder wieder steigt, ist momentan nicht absehbar.
Die Zukunft muss zeigen, ob ETFs auf Gold und Silber das Potenzial haben, Skeptikern und Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen und die aufstrebende Macht zu bleiben, als die sie sich angekündigt haben.
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