Archiv für Juni 2012
Mit Dividendentiteln auf Emerging Markets setzen
EXtra-Magazin (München): Gewinnausschüttungen der Unternehmen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Ertragsgenerierung. So lieferten Dividenden über die vergangenen 15 Jahre weltweit rund 58 Prozent des Gesamtertrags. Insbesondere in unsicheren Börsenzeiten gewährleisten Dividendentitel regelmäßige Erträge. Da lohnt es sich schon, auf Dividendentiteljagd zu gehen, gerade auch in Zukunftsmärkten wie den Schwellenländern.
Neu: iShares Dow Jones Emerging Markets Select Dividend
An solchen Emerging-Markets-Dividendentiteln partizipieren können Anleger mit dem neu aufgelegten iShares Dow Jones Emerging Markets Select Dividend (WKN: A1JXDN). Dieser ist ein börsengehandelter Indexfonds (ETF), der möglichst genau die Wertentwicklung vom Dow Jones Emerging Markets Select Dividend Index abbildet. Der ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Der neu aufgelegte börsengehandelte Indexfonds bildet die Wertentwicklung von Unternehmen aus Schwellenländern ab, die Dividenden zahlen und über einen längeren Zeitraum ein entsprechendes Programm für Dividendenzahlungen aufrechterhalten können. Die auserwählten Unternehmen müssen einen Gewinn je Aktie aufweisen, der in den vergangenen 12 Monaten nicht gesunken ist, und in den drei zurückliegenden Jahren regelmäßig Dividenden gezahlt haben. Stark gewichtet im Index sind derzeit die Staaten Taiwan (24,25 Prozent), Brasilien (12,45 Prozent) und Südafrika (11,75 Prozent). Hinsichtlich der Sektoren sind Industrietitel, Finanz- und Telekommunikationswerte überdurchschnittlich im abgebildeten Index vertreten. Erwirtschaftete Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,65 Prozent.
SPDR S&P Emerging Markets Dividend ETF
Bereits im Oktober vergangenen Jahres legte State Street den SPDR S&P Emerging Markets Dividend ETF (WKN: A1JKSZ) auf. Dieser bildet den S&P Emerging Markets Dividend Opportunity Index ab. Er umfasst etwa 100 Aktien aus 18 wichtigen Emerging Markets. Besonders stark gewichtet sind derzeit Aktien aus Taiwan (24 Prozent), Brasilien (13 Prozent), China (13 Prozent), Tschechien (9 Prozent) und der Türkei (7 Prozent). Mit einem durchschnittlichem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8,93 (Stand: Ende April 2012) sind die im Index befindlichen Aktien vergleichsweise günstig bewertet. Durch weiterhin sinkende Kurse – in den vergangenen drei Monaten verlor der Index und damit auch der ETF mehr als zehn Prozent – dürfte die Bewertung inzwischen noch günstiger sein. Und das wichtigste für einen Dividenden-ETF: die durchschnittliche Dividendenrendite beträgt aktuell rund 8,2 Prozent. Die Kosten des ETF liegen bei 0,65 Prozent, die Indexabbildung erfolgt physisch über die Sampling-Methode. Erträge werden halbjährlich ausgeschüttet.
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Nachfrage nach ETFs steigt
Die Nachfrage nach ETFs ist stark gestiegen. Durch diese Entwicklung rechnen Experten mit der Ausgabe einer großen Anzahl neuer Indexfonds.
Die Firma Indexuniverse, ein Analyseunternehmen aus den USA, gehört zu denjenigen, die speziell bei den internationalen Anleihen von Innovationen ausgeht. Auch einzelne Branchen-ETFs zählen dazu. Der Leiter der ETF-Analyse bei Indexuniverse, Matt Hougan, bestätigte diese Beobachtung in einem Gespräch mit Reuters Insider TV am Mittwoch.
Als Reaktion auf die gestiegene Nachfrage hin gab es in den vergangenen Monaten bereits eine starke Zunahme der Anleihenfonds am Markt. Dabei hatten die Investoren angesichts der Finanzkrise zunächst auf Staatsanleihen zurückgegriffen und anschließend, als die europäische Schuldenkrise in vollem Gange war, auf Schwellenländer- und Unternehmensanleihen gesetzt. Auch die niedrigen Zinsen spielten zusätzlich eine Rolle bei dieser Entscheidung.
Laut Hougan werden nun auch verstärkt aktive Anleihen-ETFs nachgefragt. Normalerweise stellen ETFs die Entwicklung der Werte am Finanzmarkt dar. Das gelingt über die Beibehaltung von Wertpapieren im Portfolio oder auch über Derivatgeschäfte. Im Unterschied dazu investieren aktiv gemanagte ETFs unabhängig von der Wertentwicklung an der Börse in einzelne Wertpapiere oder in ETFs. Die USA sind dabei mit mehreren ähnlicher Fonds bereits Vorreiter. Es laufen dafür auch entsprechende Anträge bei der SEC. In Europa ist diese Vorgehensweise noch vergleichsweise wenig verbreitet. Doch die grundlegenden Eigenschaften von aktiv gemanagten ETFs finden sich trotz der Abwesenheit von Indizes alle wesentlichen Eigenschaften von ETFs.
Matt Hougan von Indexuniverse spricht sich ausdrücklich für die Daseinsberechtigung von aktiven ETFs im Anlagebereich aus. Dort sind sie eher als in Aktienmärkten für Anleger interessant. Denn gerade die Entwicklung der Anleihenkurse ist von Zinsentscheidungen abhängig. Diese wiederum sind für Investoren schwierig nachzuvollziehen, ganz im Gegensatz zu den Kursentwicklungen an der Börse. Diese Anleger könnten weit mehr von aktiv gemanagten ETFs profitieren, wenn sie das Portfoliomanagement in die Hände von Profis legen, die die Hintergründe besser einschätzen können.
Gegen mögliche Inflationstendenzen schützen
EXtra-Magazin (München): Erstmals seit Dezember 2010 liegt die Inflationsrate in Deutschland mit 1,9 Prozent wieder unterhalb der Maastricht-Schwelle von 2,0 Prozent. In der Eurozone sank die Inflationsrate ebenfalls leicht von 2,8 auf 2,7 Prozent. Doch die lockere Geldpolitik der Notenbanken lässt die Inflationsängste der Anleger wieder steigen. Mit ETFs auf inflationsgeschützte Renten kann man sich vor einer Geldentwertung schützen.
Es ist die Urangst der Deutschen überhaupt: die Vernichtung des Ersparten durch Geldentwertung oder Währungsschnitte. Schon zweimal in der jüngeren Geschichte, 1923 und 1948, verloren die Deutschen ihr Erspartes. Die lockere Geldpolitik, das Anwerfen der Gelddruckmaschine, um die immensen Schulden für angeschlagene Eurostaaten und Banken zu bedienen, lässt die Angst aufleben. So stieg sie laut dem jüngsten „Sorgenbarometer“ des Nachrichtenmagazins „Stern“ gegenüber dem Jahresbeginn um 9 Prozentpunkte auf 54 Prozent an. Anleger fliehen daher schon seit langem in Sachwerte wie Gold, Immobilien oder Aktien. Auch inflationsgeschützte Anleihen, am besten weltweit investierend, können dafür in Betracht gezogen werden. Diese schützen durch die Ausschüttung von Realzinsen oder die Anpassung der Nominalwerte an die Inflation vor einer schleichenden Wertvernichtung.
Globale Inflationsanleihen
Volumenstärkster ETF im Bereich inflationsgeschützte Anleihen ist der db x-trackers II iBoxx Global Inflation Linked TR Index Hedged ETF (WKN: DBX0AL). Der gleichnamige Index gilt als Benchmark für die Wertentwicklung der wichtigsten und quasi staatlichen inflationsgebundenen Anleihemärkte. Voraussetzung für die Aufnahme in den Index ist ein Investment Grade-Rating. Die Mindestrestlaufzeit der enthaltenen Anleihen beträgt ein Jahr. Zudem muss das ausstehende Volumen mindestens 2 Mrd. Euro (EUR) oder einen entsprechenden Gegenwert in diversen Währungen betragen. Im Index vertreten sind derzeit 107 Anleihen aus 9 Ländern. Überdurchschnittlich gewichtet sind hier aktuell die USA (46 Prozent), Großbritannien (24 Prozent) und Frankreich (13 Prozent). Deutschlands Anteil beträgt gerade einmal 3 Prozent. Die Indexabbildung erfolgt via Swaps, Erträge werden thesauriert. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,25 Prozent.
Inflationsanleihen aus der Eurozone
Wer trotzdem gerne auf Euro-Inflationsanleihen setzen möchte, der kann dies über den iShares Barclays Capital Euro Inflation Linked Bond (WKN: A0HG2S) tun. Der Index enthält ausschließlich Rentenpapiere, die realverzinst sind und an einen auswählbaren Inflationsindex gebunden sind sowie eine Mindestrestlaufzeit von einem Jahr und ein mindestens ausstehendes Volumen von 500 Millionen Euro haben. Im Index vertreten sind aktuell 26 Anleihen. Stark übergewichtet sind insbesondere Anleihen aus Frankreich (56,30 Prozent). Hinzu kommen inflationsgeschützte Anleihen aus Italien (28,48 Prozent) und Deutschland (14,32 Prozent). Der Index wird vollständig repliziert, Erträge werden thesauriert. Die Gesamtkostenquote beträgt ebenfalls 0,25 Prozent.
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Viele Branchen verdienen an Sport-Großereignissen
EXtra-Magazin (München): Seit vergangenem Freitag lockt die Fußball-Europameisterschaft wieder Millionen vor die Fernseher. Die Begeisterung für Sport, sei es im Freizeitbereich, als auch im Profi-Sport, treibt die Kurse zahlreicher Unternehmen unterschiedlichster Branchen.
Der in Euro und Cent genau bezifferte wirtschaftliche Nutzen sportlicher Großereignissen wurde bisher noch nicht genauer erforscht, ebenso wenig wie die wirtschaftliche Bedeutung des Sports allgemein. Um letzteres festzustellen, müssen der private Sportkonsum, aber auch Sportsponsoring, -werbung und Medienrechte sowie Investitionen in Sportstätten und in deren Unterhaltung untersucht werden. Doch die Vielfältigkeit der Branchen und die eindeutig schwierige Zuordnung zum Themenkomplex Sport macht eindeutige Ergebnisse schwierig. Anfang dieses Jahres jedoch veröffentlichte zumindest das Bundeswirtschaftsministerium eine erste Kurzstudie zum Thema „Wirtschaftsfaktor Sport”. Dabei beziffert die Studie die jährlichen Konsumausgaben in Deutschland, die mittel- und unmittelbar mit sportlichen Aktivitäten zu tun haben, auf 77,6 Mrd. EUR. Rund ein Drittel davon entfällt auf Fahrten zum Sport und zurück (26 Mrd. EUR), 25 Prozent sind dem Bereich Sportbekleidung zuzurechnen (19 Mrd. EUR) und 18 Prozent davon entfallen auf Sportreisen. Entscheidend vom Sport profitieren neben der reinen Sportartikelbranche vor allem Verkehrsunternehmen sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Weitere Profiteure sind die Medien und die Unterhaltungselektronik, Sportversicherungen sowie Unternehmen, die sich auf medizinische Dienstleistungen, Produkte der gesundheitlichen Prävention oder Sporternährungsmittel fokussieren.
Die Gewinner sind vielfältig
Weithin unerforscht sind die Bereiche Werbung, Sponsoring und Medienrechte. Im Jahre 2010 betrug das Gesamtvolumen in diesem Bereich rund 5,5 Mrd. EUR. 33 Prozent der vom Bundeswirtschaftsministerium befragten Unternehmen gaben hierbei an, dass die entsprechenden Projekte Sportbezug hatten. Welchen Einfluss dabei die Fußball-WM hatte, zeigt der Bereich Medienrechte. So beliefen sich diese im Jahre 2008 auf 887,9 Mio. EUR. Im Jahre 2010 stiegen sie auf 1,118 Mrd. EUR. Grund für die Steigerung sei die im Jahre 2010 stattfindende Fußball-WM in Südafrika gewesen.
Und natürlich profitieren von Mega-Sportereignissen auch Infrastruktur-Unternehmen, insbesondere die Baubranche, in weniger entwickelten Ländern auch Telekommunikationsunternehmen, Versorger etc., um die für solche Großereignisse erforderliche Struktur erst einmal aufzubauen. Hier fehlen solche Untersuchungen vollständig.
Mit Branchen-ETFs profitieren
Während man via Zertifikat, die in der Branche umstritten sind, speziell auf Profiteure von Sportereignissen wie beispielsweise auch von Sponsoren solcher Sportereignisse setzen kann, ist dies bisher im ETF-Bereich nicht möglich. Aber natürlich können Anleger auf ETFs bestimmter Branchen setzen, die von solchen Ereignissen besonders profitieren. Ein Index davon ist der STOXX Europe 600 Travel & Leisure (WKN ETF078). In diesem sind beispielsweise Catering-Unternehmen wie die britische Compass Group, Luftfahrtunternehme wie Lufthansa oder Ryanair oder Hotelketten Intercontinental Hotels Group oder Accor oder der irische Wettanbieter Peddy Power.
Eine Alternative dazu ist der Stoxx Europe 600 Food & Beverage (WKN A0H08H). Denn natürlich steigt bekanntlich auch der Bierkonsum bei solchen Sportereignissen. Nicht umsonst ist die dänische Großbrauerei Carlsberg auch wieder einer der zehn Fußball-EM-Sponsoren. Der Anteil von Brauereien im Index wie Anheuser-Busch, InBev, SABMiller, Heineken oder Carlsberg im Index beträgt immerhin 21,63 Prozent.
Alternative dazu ist der Stoxx Europe 600 Personal & Houshold Goods (WKN LYX0AV), indem Sportartikelhersteller wie Adidas oder Unterhaltungselektronikunternehmen wie Philips zu finden sind. Allerdings finden sich hier auch zahlreiche Unternehmen, darunter in sehr starkem Maße auch Zigarettenproduzenten, die sehr wenig mit gesundem Sport zu tun haben.
Aber natürlich macht es auch durchaus Sinn, bereits im Vorfeld solcher Großereignisse auf Länderindizes zu setzen wie den Bovespa, den MSCI Brazil (WKN A0HG2M) oder MSCI Russia (WKN DBX1RC), die auf die wirtschaftliche Entwicklung kommender Veranstalterländer setzen und somit zu den nächsten Profiteuren der kommenden Jahre zählen oder allgemein auf Infrastruktur-ETFs Emerging Markets.
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Kampf um die Gebühren
Obwohl oder gerade weil bei den Anlegern die Exchange Traded Funds (zu deutsch: börsengehandelte Indexfonds) nach wie vor beliebt sind, kämpfen die Fondshäuser mit den Indexanbietern um die Aufteilung der von den Anlegern gezahlten Gebühren. Seit vielen Jahren werden Fonds erfolgreich verkauft, viele Anleger sind begeistert von dieser Anlageform, weil sie nicht das Risiko einer einzelnen Aktie tragen.
Neben der Fonds-Branche an sich, ziehen auch die Indexanbieter ihren Vorteil daraus. Sie stellen den Fondshäuser ihre Indizes zu Verfügung, die als Grundlage für die Fonds-Produkte verwendet werden. Dafür verlangen die Indexanbieter Geld, die die Fondshäuser dann wiederum auf die Anleger überwälzen. Leider ist es den ETF-Unternehmen vertraglich untersagt, über die Höhe der Gebühren, die sie an die Indexanbieter zahlen, zu sprechen. Die Indexanbieter selbst geben keine öffentliche Auskunft.
Standard & Poors (S&P) ist eins der weltweit größten Indexhäuser. 41 neue Exchange Traded Funds wurden allein auf deren Grundlage im ersten Quartal 2012 aufgelegt. Die ETF-Unternehmen sind mittlerweile mit der Preispolitik stetig unzufriedener, weil sie angeblich für neue und noch unbekannte Indizes genauso viel zahlen müssen wie für bekannte.
Die Indizes werden dadurch bekannt, wovon wiederum die Indexanbieter stark profitieren. Der Bankenspezialist und Leiter von db-X-trackers Thorsten Michalik äußert, dass auf lange Sicht die ETF-Gesellschaften nicht mehr die Indexhäuser dafür bezahlen, dass sie die Produkte anhand ihrer Indizes auf den Markt bringen. Logisch zu Ende gedacht könnte dieses auch zur Folge haben, dass sich die Gebühren für den Anleger verringern. Die Macht der Indexanbieter ist zur Zeit allerdings so groß, dass die ETF-Gesellschaften keine gute Ausgangsbasis für Preisverhandlungen besitzen.
Das größte Problem ist dabei, dass drei Indexanbieter den Markt beherrschen. Diese sind neben Standard & Poor`s sowohl MSCI als auch Barclays. Um als ETF-Anbieter erfolgreich zu sein, ist es sinnvoll, auf Grundlage bekannter Indizes Fonds aufzulegen. Es ist beispielsweise in Deutschland sinnvoll, Fonds auf Grundlage des DAX aufzulegen, weltweite Fonds richten sich sinnvollerweise nach dem MSCI World. Es gibt zudem selten neue Anbieter auf dem Index-Markt, weil die Anfangskosten sehr hoch sind. Bleibt abzuwarten, ob die etablierten Indexhäuser sich zukünftig auf Preisverhandlungen zugunsten der ETF-Gesellschaften und letztendlich dem Anleger einlassen.
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