ETF – Anbieter beraten über Selbstregulierung
Nach den Turbulenzen der internationalen Finanzbörsen in den letzten Monaten und Jahren sind die Anbieter der börsennotierten Fonds uneins, wie sich die Branche in Zukunft weiter entwickeln soll. Der Ruf der börsennotierten Fonds hat unter den Vorfällen der Finanzkrise schwer gelitten. Bevor der staatliche Regulator eingreift, wollen die Anbieter der eigentlich durchaus beliebten Finanzprodukte eigene Vorschläge zur Marktregulierung unterbreiten. Bis zur Frage nach der Notwendigkeit einer neuen Regulierung ist man sich unter den Anbietern noch einig. Über die konkreten Wege und Maßnahmen dagegen nicht.
Mit dem Argument, neue Produkte seien innovativ argumentieren die Einen, eine Rückkehr zu mehr Kontrolle und Transparenz der Produkte fordern die Anderen.
Die internationalen Gremien „Bank für internationalen Zahlungsausgleich“ (BIZ), der „Internationale Währungsfonds“ (IMF) und der Finanzstabilitätsrat haben vor den Risiken für die internationalen Finanzmärkte gewarnt.
Die tatsächlichen Risiken von ETF und die Entfernung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft könnten Verwerfungen am Aktienmarkt hervorrufen. Dabei ist bei Lichte betrachtet der ETF – Handel nichts anderes, als ein passiv gehandelter Investmentfond.
Doch das Handling durch Hochfrequenz-Trader, sowie Wertpapier-Leihgeschäfte und Swap-Derivatgeschäfte machten den ETF-Handel immer unübersichtlicher und sorgten für negative Schlagzeilen.
Vor diesem Hintergrund werden Regulierungsvorschläge gegen den schleichenden Imageverlust und die schädlichen Auswirkungen des ETF-Handels entwickelt. Die einen Regulierungsvorschläge beziehen sich auf eine neue Begriffsbestimmung, welche Produkte sich in Zukunft noch ETF nennen dürfen, die anderen auf eine Reduzierung des Händlerkreises bis hin zum Ausschluss von Privatpersonen aus dem ETF-Handel. Beide Richtungen haben ihrer Befürworter und Gegner.
Experten rechnen nicht mit einer kurzfristigen Einigung innerhalb der Branche. Ein erkennbarer Trend ist in Richtung der Begrenzung des Anlegerkreises zu beobachten. Die britische Finanzaufsicht zieht in Erwägung, Privatanleger für den Handel mit ETF auf Derivatbasis gar nicht mehr zuzulassen, in den USA ist der Zugang zu ETF für Privatanleger eingeschränkt. Vorläufig eine Geschichte ohne Ende.
Investmentfonds, die selbst an der Börse gehandelt werden, waren lange Zeit bei Anlegern beliebt, wegen der relativ hohen Flexibilität und einer gewissen Minimierung des Risikos. Wünschenswert ist eine sinnvolle Regulierung, die privaten Anlegern auch zukünftig den Handel mit ETF ermöglicht.
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