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Archiv für Januar 2012

ETF – Anbieter beraten über Selbstregulierung

Freitag, 27. Januar 2012, 14:12
Autor: ETFSuche

Nach den Turbulenzen der internationalen Finanzbörsen in den letzten Monaten und Jahren sind die Anbieter der börsennotierten Fonds uneins, wie sich die Branche in Zukunft weiter entwickeln soll. Der Ruf der börsennotierten Fonds hat unter den Vorfällen der Finanzkrise schwer gelitten. Bevor der staatliche Regulator eingreift, wollen die Anbieter der eigentlich durchaus beliebten Finanzprodukte eigene Vorschläge zur Marktregulierung unterbreiten. Bis zur Frage nach der Notwendigkeit einer neuen Regulierung ist man sich unter den Anbietern noch einig. Über die konkreten Wege und Maßnahmen dagegen nicht.

Mit dem Argument, neue Produkte seien innovativ argumentieren die Einen, eine Rückkehr zu mehr Kontrolle und Transparenz der Produkte fordern die Anderen.
Die internationalen Gremien „Bank für internationalen Zahlungsausgleich“ (BIZ), der „Internationale Währungsfonds“ (IMF) und der Finanzstabilitätsrat haben vor den Risiken für die internationalen Finanzmärkte gewarnt.

Die tatsächlichen Risiken von ETF und die Entfernung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft könnten Verwerfungen am Aktienmarkt hervorrufen. Dabei ist bei Lichte betrachtet der ETF – Handel nichts anderes, als ein passiv gehandelter Investmentfond.
Doch das Handling durch Hochfrequenz-Trader, sowie Wertpapier-Leihgeschäfte und Swap-Derivatgeschäfte machten den ETF-Handel immer unübersichtlicher und sorgten für negative Schlagzeilen.

Vor diesem Hintergrund werden Regulierungsvorschläge gegen den schleichenden Imageverlust und die schädlichen Auswirkungen des ETF-Handels entwickelt. Die einen Regulierungsvorschläge beziehen sich auf eine neue Begriffsbestimmung, welche Produkte sich in Zukunft noch ETF nennen dürfen, die anderen auf eine Reduzierung des Händlerkreises bis hin zum Ausschluss von Privatpersonen aus dem ETF-Handel. Beide Richtungen haben ihrer Befürworter und Gegner.

Experten rechnen nicht mit einer kurzfristigen Einigung innerhalb der Branche. Ein erkennbarer Trend ist in Richtung der Begrenzung des Anlegerkreises zu beobachten. Die britische Finanzaufsicht zieht in Erwägung, Privatanleger für den Handel mit ETF auf Derivatbasis gar nicht mehr zuzulassen, in den USA ist der Zugang zu ETF für Privatanleger eingeschränkt. Vorläufig eine Geschichte ohne Ende.
Investmentfonds, die selbst an der Börse gehandelt werden, waren lange Zeit bei Anlegern beliebt, wegen der relativ hohen Flexibilität und einer gewissen Minimierung des Risikos. Wünschenswert ist eine sinnvolle Regulierung, die privaten Anlegern auch zukünftig den Handel mit ETF ermöglicht.

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ETF-Anleger weiterhin skeptisch

Freitag, 20. Januar 2012, 13:26
Autor: ETFSuche

Trotz den jüngsten Kursanstiegen am europäischen Aktienmarkt blieben ETF-Anleger in der vergangenen Woche weiter skeptisch und sollten damit auch Recht behalten, wie Michael Görgens, Leiter des ETF-Handels bei der Börse Stuttgart erklärt.

Die Abstufung mehrerer Euroländer durch die Ratingagantur Standard & Poors (S&P), darunter mit Frankreich auch eines der wichtigsten Zugpferde Europas, beschäftigte am Freitag die Märkte massiv. Die positive Grundstimmung der Aktienmärkte wurde demnach noch vor dem Wochenende wieder getrübt und es kam zu vermehrten Verkäufen auf den europäischen Aktienmärkten.

Die Verkäufe von börsengehandelten Fonds stiegen sowohl in Deutschland, als auch europaweit wieder an. Görgens bestätigt, dass zusätzlich auch taktisch agierende Anleger auf fallende Kurse gesetzt haben.  Bei den Leitindizes Dax und EuroStoxx 50 gab es einen deutlichen Anstieg von Käufen von Short-ETFs. Investoren in den Schwellenländern ließen sich von den Herabsetzungen europäischer Ratings hingegen nicht beeindrucken und kauften weiterhin mit Überschwang. Im Gegensatz zum Dax wurde hier die gute Stimmung weiter aufrechterhalten und so konnten außergewöhnlich gute Ergebnisse erzielt werden, so Görgens weiter.

Der vorherrschende Trend unter ETF-Anlegern weiterhin Positionen bei Rohstoffen abzubauen blieb unterdessen aufrecht. Görgens beschreibt die Situation bei Fondprodukten auf dem Anleihenmarkt mit gemischten Gefühlen: “Durch das neue Allzeithoch, das der Bund-Future im Wochenverlauf generierte, setzte ein Teil der Investoren auf eine Gegenbewegung.” Andere Broker gingen hingegen davon aus, dass die Aufwärtsbewegung anhalten könnte. Aus den Statistiken des Börsenbetreibers lässt sich indes erkennen, dass am Anleihenmarkt insgesamt die Käufer in der Überzahl lagen.

“Deutlich” mehr Käufe als Verkäufe von ETFs bedeutet, dass mindestens ein Verhältnis von 70:30 von Käufen zu Verkäufen vorgelegen haben muss. Als “etwas” mehr Käufe wird in der Brokersprache ein Verhältnis zwischen 70:30 und 55:45 bezeichnet. Ausgeglichen ist dieses Verhältnis zwischen 55:45 und 45:55. Das gleiche Prinzip lässt sich demnach natürlich ebenso bei einem Überhang von Verkäufen zu Käufen anwenden.

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Die ungewisse Entwicklung der Börsen 2012 könnte dafür sorgen, dass ETFs, also börsennotierte Indexfonds in der Gunst der Anleger steigen, im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds. Die unabhängige ETF-Analystin Deborah Fuhr, die den Markt für ETFs seit 1996 beobachtet, sagt, dass ein solches Marktumfeld gerade für ETFs sehr positiv sei. Die Analystin die sich am längsten mit genau diesen Produkten beschäftigt, erklärt weiter, dass genau diese Produkte bei Anlegern bevorzugt werden.

In solchen Börsenphasen sinken, laut Experten, die Chancen auf Mehrerträge vor allem durch aktives Portfoliomanagement. Die geringen Kosten der ETFs und die hohe Liquidität rücken dabei in den Vordergrund. Durch die Schuldenpleite in Europa gibt es derzeit nur wenige Optimisten an den deutschen Börsen, das Thema Verschuldung bleibt weiterhin dominierend und sorgt so für eine gehörige Portion Vorsicht auf dem Parkett.

Florian Weber von Schnigge, einer Wertpapierhandelsbank, geht sogar noch einen Schritt weiter und behauptet, dass selbst wenn eine Lösung für die Euro-Krise in Sicht wäre, würde das Problem noch lange nicht am nächsten Tag verschwunden sein. Die Vergangenheit zeigte, dass börsennotierte Indexfonds gerade dann hohe Zuflüsse hatten, wenn auf den Aktienmärkten ein rauer Wind wehte.
Zur gleichen Zeit verabschiedeten sich Investoren aus aktiv gemanagten Fonds, bestes Beispiel ist die Finanzkrise 2008. Anleger zogen aus aktiv gemanagten Fonds rund 229 Milliarden Dollar ab, wie Zahlen des US-Vermögensverwalters Blackrock zeigen. Gleichzeitig aber vertrauten Anleger 54,3 Milliarden Dollar frisches Kapital in ETFs an.

Auf den ersten Blick scheint dies verwunderlich. Während börsennotierte Indexfonds die Finanzmarktindizes eins zu eins abbilden sollen und zwar unabhängig vom Marktfeld, können aktive Fonds in turbulenten Phasen schnell verkauft und Crashreserven angelegt werden, um die Portfolien vor Kursrückschlägen zu bewahren. Doch die Erfahrung zeigt in Augen von dem Portfoliomanager Michael Winkler beim Vermögensverwalter Feri Trust, dass dies nur sehr selten funktioniert.

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