Archiv für Dezember 2011
2011 war ein schwieriges Jahr für die ETF-Branche
Wie die Deutsche Bank mitteilte, war das Wachstum der ETF-Branche in den Monaten Januar bis November des Jahres 2011 noch niedriger ausgefallen als von Experten angenommen. Lediglich um 3,5 Prozent sei die Branche bislang gewachsen, teilte das Kreditinstitut am Montag mit.
Grund dafür, dass die Deutsche Bank ihre Gewinnerwartungen im ETF-Sektor nach unten korrigieren musste, seien vor allen Dingen die Schuldenberge in den Vereinigten Staaten und in Europa. Dazu kommt noch die breite Kritik an den börsennotierten Indexfonds. Man korrigierte die Wachstumsprognosen von bis zu zehn Prozent auf fünf Prozent, nachdem man in den ersten elf Monaten des Jahres 2011 insgesamt nur ein Wachstum von 3,5 Prozent notieren konnte.
Christos Constandinides, Analyst bei der Deutschen Bank, hielt fest, dass vor allem der Markt in Europa auf die Auswirkungen der Schuldenkrise und die grundsätzliche Art der Replikation der börsennotierten Indexfonds negativ reagiert hatte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hätten sich die Mittelzuflüsse beinahe halbiert. Waren 2010 noch etwa 30,6 Milliarden Euro geflossen, handelte es sich 2011 nur noch um knapp 17,6 Milliarden Euro.
Dabei war Europa noch vor einem Jahr die Region mit dem höchsten Wachstum im Bereich der ETFs weltweit gewesen. 2011 sieht es indes so aus, dass Asien und die Vereinigten Staaten an Europa vorbeiziehen werden. Der Kontinent wird wohl das geringste Plus aufweisen. So wurde beispielsweise in Asien die Investition in ETFs im laufenden Jahr von 10,7 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf rund 18,5 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt.
Die Schuldenkrise in einigen Ländern der Euro-Zone hatte bei den Finanzmärkten für einige Unruhe gesorgt. Dazu kam die Kritik an bestimmten Formen der ETFs von Seiten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des Finanzstabilitätsrats. Sie kritisierten die ETFs, die durch Swap-Derviategeschäfte die Wertentwicklung nachvollziehen wollen. Dies sei ein risikoreiches Vorgehen, das jedoch zahlreichen Anlegern gar nicht bewusst ist.
Gold als Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios
Während der Finanzkrise der vergangenen zwölf Monate haben viele Anleger vermehrt auf Gold statt auf Aktien gesetzt. Gold gilt traditionell als sichere Anlageform. Infolge dessen wird der SPDR Gold Trust, der größte börsengehandelte Fonds (ETF) auf den Goldpreis der Welt, voraussichtlich in naher Zukunft mit ausstehenden Anteilen in Höhe von 429 Millionen die Rekordmarke vom Juni 2010 übersteigen.
Durch die gestiegene Nachfrage von Anlegern liegt das verwaltete Volumen inzwischen bei fast 69 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung um 30 % entspricht. Der leicht gesunkene Bedarf im Schmucksektor hatte deshalb kaum Auswirkungen. Allerdings ist festzustellen, dass der Goldpreis inzwischen im Wesentlichen dem Kursverlauf am Aktienmarkt entspricht und nur geringe positive Auswirkungen auf das Portfolio hat.
Im Herbst 2008 sank während des Börsencrashs auch der Goldpreis um etwa sieben Prozent. Während der gesamten Finanzkrise von Oktober 2007 bis November 2008 war bei Gold kein Wertzuwachs zu verzeichnen. Auch als es im Frühling 2010 und im Sommer 2011 zu massiven Kurseinbrüchen am Aktienmarkt kam, stieg der Goldkurs lediglich um drei bis vier Prozent.
Aber obwohl Gold deshalb nicht dazu geeignet ist, sinkende Aktienkurse auszugleichen, sollte es doch in jedem Portfolio enthalten sein. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass strategische Goldanlagen einen positiven Effekt auf die Depotentwicklung haben. Angesichts der Turbulenzen in der Euro-Zone steht zu erwarten, dass sie sich auch in Zukunft stabilisierend auf die Performance auswirken werden. Besonders sinnvoll ist dabei eine Long/Short-Strategie, bei der der Investor eine ETF auf Gold erwirbt und in der gleichen Betragshöhe eine Short-Position auf dem NYSE Arca Gold BUGS Index einnimmt.
Dabei handelt es sich um einen Aktienindex der internationalen Goldproduzenten. Durch diese Strategie können ganz unabhängig von der Entwicklung des Goldpreises Gewinne erzielt werden, wenn Goldminenaktien im Vergleich zu diesem underperformen. Auf diese Art und Weise kann auch in Stressphasen das Portfolio gegen Kursverluste abgesichert werden, ohne dass die strategische Goldposition aufgelöst werden muss.
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