Archiv für September 2011
Exchange Traded Funds – Die Transparenz verwischt
Die Exchange Traded Funds wurden bereits im Jahr 1993 lanciert und blicken seit dem auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurück. Selbst zu Zeiten der Börsenbaisse konnten die ETF mit jährlichen Vermögenszuwachsraten von nahezu 100 Prozent glänzen.
Diversifikation senkt das Risiko einer Anlage – eine seit langem bekannte Tatsache. Welche Frage hiermit aber noch nicht beantwortet wurde ist, wie der “Otto-Normalverbraucher” als Anleger bei der vielfältigen und intransparenten Auswahl an Kapitalanlageprodukten die für ihn richtige Wahl treffen soll? Neben den schon seit längerer Zeit erhältlichen Zertifikaten und Investmentfonds sind daher insbesondere die Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds, in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt.
Es handelt sich dabei in der Regel um passiv gemanagte Fonds, deren Wertentwicklung einem bestimmten Index folgt. Sie kombinieren eine hohe Risikostreuung mit der Flexibilität von Aktien und gelten darüber hinaus als kosteneffizient und transparent. Eben diese sogenannte Transparenz sorgt im Moment für Unstimmigkeiten bei der Börsenaufsicht, denn das ursprüngliche Konzept, dass ETFs sich so zusammensetzen wie ein Index und der Anleger in jedem Moment genau den entsprechenden Preis sowie die Struktur seines Portfolios kennt, verwischt.
Bei der traditionellen Variante werden die Exchange-traded funds genau dem Index nachgebaut, d.h. jede Aktie wird separat mit ihrem jeweiligen Wert am Markt gekauft und zum ETF zusammengefasst. Diese Vorgehensweise wird auch als replizierender Ansatz oder Direktabbildung bezeichnet.
Parallel haben sich dazu mittlerweile noch weitere Ansätze etabliert, einer davon ist der Swap-basierte ETF. Ein sogenannter Swap-Partner garantiert hier die Performance des unterliegenden Index und “tauscht” diese gegen die Performance eines Portfolios, welches mit dem Mittelzufluss aufgebaut wird. Diese Investitionsstrategie ist für Anleger günstiger und rentabler, allerdings auch vielfach risikoreicher.
Vor allem für den Privatanleger gilt daher immer das Risiko abzuwägen und am Besten von undurchsichtigen ETF-Spielvarianten die Finger zu lassen. Diese neuen Exchange-traded funds sind vielfach hochriskant und mit den klassischen börsengehandelten Index-Fonds nicht mehr zu vergleichen.
Indexfonds bieten nach Aktiencrash gute Chancen zum Einstieg
Die Stuttgarter Börse berichtet über einen lebhaften Handel mit börsennotierten Indexfonds (sog. ETF, Exchange Trader Funds) nach den jüngsten Kursrückgängen Anfang September.
Es sind wohl überdurchschnittlich viele Privatanlager, die nun die Chance für einen Einstieg nutzen oder ihre Investments weiter ausbauen. Die Exchange Trader Funds gehen auf eine Idee aus den 1970er Jahren zurück. Die ETFs werden an der Börse notiert und bilden einfach einen bestimmten Index, z.B. den deuschen Dax, ab. ETFs werden passiv verwaltet, d.h. die zuständigen Fondmanager treffen keine Investmentsentscheidungen auf Basis der eigenen Meinung oder Analyse, sondern investieren gemäß der jeweiligen Zusammensetzung des zugrunde liegenden Indizes.
Anleger profitieren bei ETFs auch von niedrigen Managementgebühren, die in der Regel nicht mehr als 1% betragen. Inzwischen sind ETFs nicht nur auf Börsenindizes, sondern für verschiedene Anlageklassen verfügbar, z.B. auf den Geldmarkt, auf Rohstoffe, auf Immobilien.
Das Handelsvolumen mit ETF an der Stuttgarter Börse hat in der ersten Septemberwoche 137 Millionen Euro erreicht. In einer durchschnittlichen Woche wurden im Jahr 2011 lediglich 109 Millionen Euro umgesetzt. In der Rekordwoche waren 55 Prozent der Transaktionen Kauforder.
Viele Anleger kaufen momentan in fallende Märkte hinein und spekulieren mittel- und langfristig auf eine deutliche Indexerholung. Wie die ETF-Händler aus Stuttgart berichten, waren fast ausschließlich deutsche Indexfonds gefragt. Langfristig orientierte Anlager kauften insbesondere den iShares DAX und den x-trackers DAX.
Einige gehebelte ETFs, die eine überproportionale Kursentwicklung der Indizes nachvollziehen, standen ebenfalls auf vielen Kaufzetteln. Demgegenüber versuchen viele Anleger aber auch vom hohen Goldpreis zu profitieren. ETFs auf Aktien der Goldminenbetreiber werden derzeit ebenfalls stark nachgefragt.
Aus anderen Märkte ziehen sich die deutschen Anleger jedoch auffällig zurück. ETFs auf nordamerikanische Aktien wurden im September vorwiegend verkauft. Ebenso wenig beliebt sind derzeit die ETFs auf Unternehmensanteile und auf Indizes aus Schwellenländern. Hier hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vormonat deutlich abgekühlt.
Interessante Ergebnisse in McKinsey-Studie zur ETF-Branche
Die Unternehmensberatung McKinsey führt momentan eine sehr interessante Studie über die ETF-Branche durch. Bei ETF handelt es sich um Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden können. Sie werden über Sekundärmärkte erworben und veräußert. Das, und auch zunehmender Kostendruck sind auch Gründe dafür warum der ETF-Wachstum so groß ist.
Früher ging es in der ETF-Branche noch darum den Markt für sich zu nutzen, heutzutage geht es vielmehr darum den Anteil, den man bereits besitzt, weiter auszubauen. Neue Anbieter dagegen müssen die Lücken füllen.
Schon seit die ersten US-ETFs 1994 eingeführt wurden, ist ein ständiges Wachstum von 30 Prozent zu verzeichnen. Den größten Vormarsch erlebte die Branche im nordamerikanischen und europäischen Markt mit ungefähr 90 Prozent.
Allerdings gibt es bei so einem großen und schnellen Wachstum auch Rückschläge. Zwischen den Jahren 2000 bis 2007 war es noch ein geringer Teil der die benötigte Marke nicht erreichte, wenige Jahre später jedoch, waren es deutlich mehr.
Fondsmanager werden jetzt durch unattraktiver gewordener Renditen immer mehr dazu getrieben, sich nach kostengünstigeren Varianten um zusehen. ETFs sind in diesem Fall sehr beliebt und dieser Trend breitet sich auch vor allem durch eine zunehmende Regulierung des Staates aus, um die Kosten zu senken wie auch in Großbritannien und Australien.
Das Ganze hat allerdings auch seine Schattenseiten, so werden viele Privatanleger, auch wenn es kostengünstiger ist, aufgrund von der Transparenz und Liquidität das Interesse verlieren. Andererseits kann es mehr Investoren für den ETF-Markt begeistern.
Dadurch das Aufsichtsbehörden jetzt auch immer mehr Druck ausüben, werden Berater dazu gezwungen sein nicht mehr so viel Wert auf ihre Provisionen zu legen, sondern dem Kunden die kostengünstigste und passendste Alternative zu suchen.
Durch rolloptimierte Produkte oder auch durch aktiv gemanagter ETF-Folios können sich auch Neueinsteiger in diesem Markt durch Nischen behaupten. Insgesamt ergibt die Studie der Unternehmensberatung McKinsey, dass das Potenzial noch gewaltig ist.
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