Archiv für Juli 2011
Problematik der Innovation
Derzeit sind weltweit mehr als 2700 börsengehandelte Indexfonds verzeichnet. Davon sind rund 835 an der Frankfurter Börse gelistet. Den Anbietern reichen die bekannten Einheiten wie S&P 500 oder der DAX nicht mehr aus. So werden täglich neue Indizies auf den Markt gebracht. Dies sorgt jedoch dafür, dass die einzelnen Produkte immer komplizierter werden.
Es läßt sich nur noch schwer verstehen, welcher Index für welche Anlagen geeignet ist. Dies macht es für Privatanleger recht schwierig ein effektives und geeignetes Produkt zu finden.
Die Problematik liegt darin begründet, dass man versucht Marktlücken zu finden und diese zu füllen. Produkte die so noch nicht existieren werden erfunden und auf den Markt gebracht.
Ein aktuelles Beispiel liefert hierzu Amundi. Dieses Asset-Management brachte den ETF Green Tech Living Planet heraus. Der Blick wurde dabei auf stetiges Interesse an nachhaltigen Anlagekonzepten gerichtet. Der Fokus liegt auf Unternehmen, die in Europa mehr als 20 Prozent der Umsätze durch biologische, und somit erneuerbare und umweltfreundliche, Technologien erzielen.
Da dieses ETF-Produkt jedoch Aktivfonds gleicht, ist es bei Verbraucherschützern in die Kritik geraten. Sinnvoller wären in diesem Bereich eher passive Indexfonds. Ein Sprecher der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bezeichnete diesen Fonds als “Ökofond”. Für Anleger die diesen Hintergrund verfolgen bietet sich dadurch zwar ein weiteres Produkt, doch ist es gleich oder ähnlich der schon zahlreichen bestehenden Fonds.
Die Risiken einer Anlage sollte auf mehrere Länder und diverse Branchen bzw. Tätigkeitsfelder verteilt werden. Dadurch wäre das Risiko für einen einzelnen Anleger geringer. Gleichzeitig würde ein Einbrechen des Fonds, oder ein Verlust, durch mehrere Branchen getragen. Eine solch gute Streuung zeigten bisher die Indexfonds von MSCI World oder Stoxx 600.
Der Erfindungsreichtum von Anbietern der börsengelagerten Indexfonds ist zwar sehr vielseitig und weitreichend, doch gleichzeitig kanner er auch, wie die Praxis zeigt, verhängnisvoll für die betroffenen Anleger sein.
Um dem zukünftig entgegenzuwirken wird teilweise gefordert, zu verhindern, dass Anreize bestehen, die genannten Marktlücken schließen zu wollen. Dieser Ansatz scheint jedoch kaum praktikabel. Viel sinnvoller wäre es statt dessen, die Anleger zum einen seriös zu informieren und zum anderen den Anlegern soviel Eigenverantwortung zuzugestehen, selbst dafür verantwortlich zu sein, die eigenen Investments zu verstehen. In jedem Fall darf man aber gespannt sein, wie sich die Situation der börsennotierten Indexfonds zukünftig entwickelt.
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