Archiv für September 2009
Ein (vorerst) letztes Wort zur Solarbranche und wie Indexfonds funktionieren…
Nachdem wir gestern im Zuge unserer Bewertung des Bundestagswahlergebnis dazu rieten bei den Aktien bzw. ETF der “Erneuerbaren Energien” Ruhe zu bewahren und nicht sofort in Panik zu verkaufen, da es insbesondere unter den Projektierern wie Payom Solar und/oder Phoenix Solar auch Gewinner geben dürfte, kam dann kurz darauf die Payom Solar mit folgender Adhoc Meldung heraus. Darin heißt es, dass die Payom Solar die Analystenschätzungen bereits im 3. Quartal 2009 übertroffen habe und auch im 4. Quartal mit einem anhaltend hohen Wachstum rechne. Die Aktie schoss daraufhin natürlich sofort um bis zu 10% nach oben und ging immerhin noch mit Gewinnen von +5% aus dem Handel. Sie sehen also, dass wir wohl auch hier richtig liegen dürften und bleiben daher positiv für die Solarbranche gestimmt…
Doch das soll es erstmal zur Solarbranche gewesen sein und daher kommen wir zu einem interessanten Artikel aus der “Financial Times Deutschland“, FTD.de. Hier heißt es unter der Überschrift “Wie Indexfonds funktionieren“, dass Indexfonds auch unter Vermögensverwaltern immer mehr Zuspruch finden – schon allein, weil sie günstig seien und das Privatanleger den Profis nacheifern können. So seien Indexfonds nicht nur günstig, sondern bildeten anders als aktiv gemanagte Fonds einen Markt nahezu 1:1 ab, weshalb immer mehr Vermögensverwalter Indexfonds für ihre Strategie nutzen würden, um so noch gezielter in bestimmte Märkte investieren zu können. Im Folgenden wird dann anhand der Vermögensverwaltung Dr. Seibold Capital sowie des Wealth Managements der Schweizer Großbank UBS erläutert, warum diese verstärkt auf ETF setzen.
Wie wirkt sich das Bundestagswahlergebnis auf die Börse aus?
Deutschland hat gewählt und wird eine neue, schwarz-gelbe, Regierung bekommen. Das ist das vorläufige Ergebnis der Bundestagswahl 2009. Doch wie ist dieses Wahlergebnis zu bewerten?
Nun, eine CDU/CSU/FDP Koalition, so sie denn zustande kommt (woran wir jedoch keinen Zweifel haben) sollte eigentlich für eine sehr wirtschaftsfreundliche Politik stehen, was generell den Aktienmärkten zu Gute kommen dürfte. Ganz besonders positiv dürfte diese neue Regierungskoalition natürlich für die Aktien der Versorger wie E.ON oder RWE sein, die daher heute auch deutlich zulegen konnten. Denn zwar stellt die neue Regierung den Atomausstieg, der unter Rot-Grün beschlossen wurde, nicht generell in Frage, aber es dürfte doch Laufzeitverlängerungen für einzelne, sichere, Kernkraftwerke geben. Nach Berechnungen von Experten könnten diese Laufzeitverlängerungen den Stromkonzernen über Jahre hinweg mehrere Milliarden Euro zusätzlicher Gewinne bescheren. Aber aufgepasst, denn diese Gewinne dürften auch unter einer schwarz-gelben Regierung nicht komplett den Aktionären der Versorger (über Kurssteigerungen und/oder Dividenden) zufließen, sondern hier will die neue Regierung einen Großteil der Zusatzgewinne für den Staat abschöpfen – kein Wunder, angesichts der aktuellen Verschuldungssituation des Staates. Daher mögen die in einer ersten Reaktion an der Börse gesehenen Gewinne nicht ganz unberechtigt sein, die Euphorie sollte aber auch nicht zu lange anhalten.
Antizyklisches investieren am Beispiel Banken ETF und/oder Gold
Einen interessanten Artikel von Herrn Norbert Lohrke fanden wir heute in den Sharewise News. Dort heißt es, wir zitieren:
“Jeder zweite Anleger will Aktien meiden. Wie eine Umfrage einer Wertpapierbank ergeben hat, wollen 56% aller Anleger in ihrer Vermögensanlage weniger auf Aktien setzen. 37% wollen Fonds zurückschrauben. 49% ihre Versicherungen. (FAZ)
Standpunkt: Entschuldigung, dass ich jetzt einmal deutlich werde. Wenngleich ich es in ihrem Interesse tue. Wie blöd sind die Anleger da draußen eigentlich? So macht Ihr keine Gewinne mit Aktien. Wer im Tief keine Aktien kauft und nur in Hochs kann nicht gewinnen! Antizyklisches Handeln ist gefragt. Wieso verhalten sich Anleger eigentlich in Anlagefragen anders, als sie es sonst im gewöhnlichen Leben tun? Kaufen Sie ein Stück Fleisch etwa auch deshalb nicht, weil es billiger geworden ist? Und warten darauf bis es richtig teuer wird? Meine Überzeugung ist folgende: Wenn der Anleger sich an der Börse so verhalten würde, wie er beim Discounter um die Ecke einkauft, würde er auch Gewinne erzielen.”
Dies mag etwas hart formuliert sein, trifft aber im Kern die Sache. Im März, als niemand Bankaktien haben wollte, rieten wir hier zu Banken ETF und viele Leser und Leserinnen hielten uns damals wohl für verrückt. Was dann folgte war eine gigantische Kursrally der Bankaktien und viele dieser Aktien verdoppelten und verdreifachten sich. Als die Euphorie im Mai dann etwas zu groß zu werden schien, rieten wir zu Teilgewinnmitnahmen und behielten auch da kurzfristig Recht, denn mit Veröffentlichung der damaligen “Stresstestergebnisse” kam es zu einer kleinen Korrektur. Ausdrücklich rieten wir jedoch auch dazu, die Positionen nicht komplett zu verkaufen, da wir nur eine vorübergehende Korrektur und in der Folge weitere Kursgewinne erwarteten, was sich als richtig herausstellte.
Indexfonds sind Bestseller und 10 neue ETF in Frankfurt
Wie das “Handelsblatt” kürzlich in dem Artikel “Sichere Anlage – Indexfonds sind Bestseller” berichtete, gelten Indexfonds als sichere Geldanlage und verkaufen sich daher derzeit bestens. Börsengehandelte Indexfonds seien transparent, sicher und damit in der Krise besonders beliebt. Das weltweit verwaltete Vermögen dieser Fonds hat daher aktuell einen neuen Höchststand erreicht und das große Interesse der Anleger locke immer neue Anbieter in diesen Markt, die von dem Wachstum dieser Branche profitieren möchten, so das “Handelsblatt” weiter. Das weltweit verwaltete Vermögen liege derzeit bei 858 Mrd. US$ (umgerechnet 613 Mrd. Euro) und die Branche seit damit innerhalb von 16 Jahren von 0 zu einem Multi-Milliarden-Markt gewachsen.
Gründe für dieses Wachstum, insbesondere in der Finanzkrise, seien die auf der Hand liegenden Vorteile, nämlich eine hohe Liquidität sowie eine hohe Transparenz dieser Produkte. Hinzu käme der praktische Ausschluss von Emittentenrisiken, der gerade in Zeiten der Insolvenz von Lehman Brothers hoch geschätzt worden sei. Als weiteren Pluspunkt, insbesondere im Vergleich mit den aktiv gemanagten Investmentfonds seien die schnelle Orderabwicklung zu einem bekannten Preis sowie der fehlende Ausgabeaufschlag und nur geringe laufende Gebühren. Darüber hinaus böten ETF auch eine enorm hohe Flexibilität, sowohl für institutionelle als auch für private Anleger.
Neuer Rohstoff ETF und ein Wort zur Goldhausse
Beginnen möchten wir den heutigen Blogeintrag mit einer unseres Erachtens interessanten interessanten Nachricht aus dem ETF Markt. Und zwar startete heute der Thomson Reuters/Jefferies CRB Global Commodity Equity Index Fund (CRBQ) den Handel an der New York Stock Exchange (NYSE). Als börsengehandelter Indexfonds (ETF) bildet dieser den schon 50 Jahre alten CRB Index nach, der auf den Rohstoff-Futures basiert, eliminiert dabei jedoch das Risiko der Terminmärkte. Der ETF besteht dabei aus 50 Aktien aus dem Bereich Energie, 35 Aktien aus dem Bereich Landwirtschaft, 35 Aktien aus dem Bereich Basismetalle sowie last but not least aus 30 Aktien aus dem Bereich Edelmetalle und ist somit ein sehr breit gestreuter Rohstoff ETF, der damit für langfristig orientierte Investoren interessant sein könnte.
Womit wir auch gleich beim zweiten Thema für heute wären, nämlich der aktuellen Goldhausse. Der Goldpreis durchbrach ja zuletzt die Marke von 1.000 US$ je Feinunze und brach damit nach oben aus. Sofort reagierten viele “Experten” und riefen bereits Kursziele bis zu 1.300 US$ je Feinunze aus. Doch wir sind hier deutlich pessimistischer als die ganzen, zu großen Teilen selbsternannten, Goldexperten und mahnen hier ein wenig zur Vorsicht. Und das aus mehreren Gründen.
Milliardenmarkt “Smart Grid” – aber leider (noch) kein ETF!
Heute möchten wir Sie mal auf ein Thema aufmerksam machen, was derzeit eines der am heißesten diskutierten Themen an der Wall Street ist, nämlich das Thema “Smart Grid”. Wobei geht es da genau? Nun, “Smart Grid” kann man übersetzen mit “Intelligente Netze” und gemeint sind hierbei die “Stromnetze der Zukunft”. Denn die derzeitigen Stromnetze stammen alle noch aus dem 19. Jahrhundert und haben ein großes Problem: Sie werden zum Teil sehr stark genutzt (tagsüber) und zum Teil fast gar nicht (nachts), können diese unterschiedliche Lastenverteilung aber nicht ausgleichen, da sie statisch sind.
Und hier kommt nun das Thema “Smart Grid” ins Spiel. Diese, wie der Name schon sagt “intelligenten Netze”, gleichen die Lasten aus, sprich in Spitzenzeiten werden die Netze entlastet und in Zeiten geringer Auslastung werden die Netze dann zusätzlich belastet, so dass eine intelligente Verteilung stattfindet.
Comstage laut Scope bester ETF Anbieter!
Wie “DasInvestment.com” heute in dem Artikel “Scope-Rating: Comstage ist bester ETF-Anbieter” berichtet, ist für die Ratingagentur Scope die ETF Tochter der Commerzbank, Comstage, der beste ETF Anbieter. Das größte Problem seien aber weniger die ETF selbst, als vielmehr die zugrunde liegenden Indizes.
Comstage überzeugte dabei die Experten der Ratingagentur durch überdurchschnittlich gute Produkte über die gesamte Produktpalette hinweg mit nur wenigen Ausreißern in den Drei-Sterne-Bereich. Darüber hinaus bilde Comstage die zugrunde liegenden Indizes am besten ab und überzeuge dabei trotzdem durch niedrige Managementgebühren. Diese seien dabei ein wichtiger Grund für die besonders gute Abbildung der zugrunde liegenden Indizes.
Warum die Rally noch lange nicht zu Ende ist…
Wir hatten am Wochenende eine ganz interessante Diskussion über die aktuellen Entwicklungen an den Aktienmärkten. Einer der Teilnehmer war dabei sehr “bullish”, was die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten anbelangt und begründete dies wie folgt:
1.) Die aktuellen KGVs sind auf den ersten Blick zweifellos sehr hoch, was jedoch fast ausschließlich auf einmalige Abschreibungen der Unternehmen im Zuge der Pleite von Lehman Brothers zurückzuführen ist. Rechnet man diese Abschreibungen, die es in diesem Jahr in der Form nicht mehr geben wird, heraus, liegen die KGVs jedoch gar nicht so exorbitant hoch, sondern etwa im Durchschnitt der letzten Jahre. So ergibt sich für den amerikanischen S&P 500 aktuell ein KGV von 140, ohne Berücksichtigung der “Einmaleffekte” liegen wir hingegen “nur” bei ca. 15.
Märkte weiterhin im Aufwind!
Heute möchten wir an dieser Stelle mal auf die aktuellen Marktentwicklungen eingehen, da diese doch sehr interessant sind. So konnte der amerikanische Standard & Poors 500, kurz S&P 500 mittlerweile den fünften Tag in Folge ansteigen und legte damit die längste Gewinnserie seit November letzten Jahres auf das Parkett. Zugleich markierten auch der Dow Jones sowie der technologielastige NASDAQ Composite neue Jahreshochs und generierten damit neue Kaufsignale.
Getrieben von solch positiven Vorgaben ließen sich dann auch die deutschen Leitindizes nicht lumpen und markierten gleichfalls neue Jahreshochs und damit neue Kaufsignale. So notierte der DAX am Handelsende bei ca. 5.595 Punkte und der TecDAX bei knapp 744 Punkten. Kann das alles noch eine “Bärenmarktrally” sein, wie der ein oder andere “Experte” meint oder ist dieser Anstieg dafür nicht bereits viel zu stark?
Vertrauenskrise – Manager mißtrauen Börsenboom, na und?
Nachdem wir uns bereits gestern kritisch mit einem Artikel der “Financial Times Deutschland“, FTD.de, aueinandergesetzt haben, müssen wir das heute schon wieder tun. Und zwar geht es um den Artikel “Vertrauenskrise – Manager mißtrauen Börsenboom“, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde.
In diesem Artikel stellt die “Financial Times Deutschland” richtig fest, dass sich zuletzt die sogenannten “Insiderverkäufe” gehäuft haben. So verkauften Vorstände und Aufsichtsräte europäischer Unternehmen im August Aktien im Wert von 400 Mio. Euro, zuletzt erst wieder im großen Stil zu beobachten bei der Aktie der Deutschen Bank. Demgegenüber standen nur “Insiderkäufe” im Gesamtvolumen von 93 Mio. Euro.
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