ETF – Anbieter beraten über Selbstregulierung
Nach den Turbulenzen der internationalen Finanzbörsen in den letzten Monaten und Jahren sind die Anbieter der börsennotierten Fonds uneins, wie sich die Branche in Zukunft weiter entwickeln soll. Der Ruf der börsennotierten Fonds hat unter den Vorfällen der Finanzkrise schwer gelitten. Bevor der staatliche Regulator eingreift, wollen die Anbieter der eigentlich durchaus beliebten Finanzprodukte eigene Vorschläge zur Marktregulierung unterbreiten. Bis zur Frage nach der Notwendigkeit einer neuen Regulierung ist man sich unter den Anbietern noch einig. Über die konkreten Wege und Maßnahmen dagegen nicht.
Mit dem Argument, neue Produkte seien innovativ argumentieren die Einen, eine Rückkehr zu mehr Kontrolle und Transparenz der Produkte fordern die Anderen.
Die internationalen Gremien „Bank für internationalen Zahlungsausgleich“ (BIZ), der „Internationale Währungsfonds“ (IMF) und der Finanzstabilitätsrat haben vor den Risiken für die internationalen Finanzmärkte gewarnt.
Die tatsächlichen Risiken von ETF und die Entfernung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft könnten Verwerfungen am Aktienmarkt hervorrufen. Dabei ist bei Lichte betrachtet der ETF – Handel nichts anderes, als ein passiv gehandelter Investmentfond.
Doch das Handling durch Hochfrequenz-Trader, sowie Wertpapier-Leihgeschäfte und Swap-Derivatgeschäfte machten den ETF-Handel immer unübersichtlicher und sorgten für negative Schlagzeilen.
Vor diesem Hintergrund werden Regulierungsvorschläge gegen den schleichenden Imageverlust und die schädlichen Auswirkungen des ETF-Handels entwickelt. Die einen Regulierungsvorschläge beziehen sich auf eine neue Begriffsbestimmung, welche Produkte sich in Zukunft noch ETF nennen dürfen, die anderen auf eine Reduzierung des Händlerkreises bis hin zum Ausschluss von Privatpersonen aus dem ETF-Handel. Beide Richtungen haben ihrer Befürworter und Gegner.
Experten rechnen nicht mit einer kurzfristigen Einigung innerhalb der Branche. Ein erkennbarer Trend ist in Richtung der Begrenzung des Anlegerkreises zu beobachten. Die britische Finanzaufsicht zieht in Erwägung, Privatanleger für den Handel mit ETF auf Derivatbasis gar nicht mehr zuzulassen, in den USA ist der Zugang zu ETF für Privatanleger eingeschränkt. Vorläufig eine Geschichte ohne Ende.
Investmentfonds, die selbst an der Börse gehandelt werden, waren lange Zeit bei Anlegern beliebt, wegen der relativ hohen Flexibilität und einer gewissen Minimierung des Risikos. Wünschenswert ist eine sinnvolle Regulierung, die privaten Anlegern auch zukünftig den Handel mit ETF ermöglicht.
ETF-Anleger weiterhin skeptisch
Trotz den jüngsten Kursanstiegen am europäischen Aktienmarkt blieben ETF-Anleger in der vergangenen Woche weiter skeptisch und sollten damit auch Recht behalten, wie Michael Görgens, Leiter des ETF-Handels bei der Börse Stuttgart erklärt.
Die Abstufung mehrerer Euroländer durch die Ratingagantur Standard & Poors (S&P), darunter mit Frankreich auch eines der wichtigsten Zugpferde Europas, beschäftigte am Freitag die Märkte massiv. Die positive Grundstimmung der Aktienmärkte wurde demnach noch vor dem Wochenende wieder getrübt und es kam zu vermehrten Verkäufen auf den europäischen Aktienmärkten.
Die Verkäufe von börsengehandelten Fonds stiegen sowohl in Deutschland, als auch europaweit wieder an. Görgens bestätigt, dass zusätzlich auch taktisch agierende Anleger auf fallende Kurse gesetzt haben. Bei den Leitindizes Dax und EuroStoxx 50 gab es einen deutlichen Anstieg von Käufen von Short-ETFs. Investoren in den Schwellenländern ließen sich von den Herabsetzungen europäischer Ratings hingegen nicht beeindrucken und kauften weiterhin mit Überschwang. Im Gegensatz zum Dax wurde hier die gute Stimmung weiter aufrechterhalten und so konnten außergewöhnlich gute Ergebnisse erzielt werden, so Görgens weiter.
Der vorherrschende Trend unter ETF-Anlegern weiterhin Positionen bei Rohstoffen abzubauen blieb unterdessen aufrecht. Görgens beschreibt die Situation bei Fondprodukten auf dem Anleihenmarkt mit gemischten Gefühlen: “Durch das neue Allzeithoch, das der Bund-Future im Wochenverlauf generierte, setzte ein Teil der Investoren auf eine Gegenbewegung.” Andere Broker gingen hingegen davon aus, dass die Aufwärtsbewegung anhalten könnte. Aus den Statistiken des Börsenbetreibers lässt sich indes erkennen, dass am Anleihenmarkt insgesamt die Käufer in der Überzahl lagen.
“Deutlich” mehr Käufe als Verkäufe von ETFs bedeutet, dass mindestens ein Verhältnis von 70:30 von Käufen zu Verkäufen vorgelegen haben muss. Als “etwas” mehr Käufe wird in der Brokersprache ein Verhältnis zwischen 70:30 und 55:45 bezeichnet. Ausgeglichen ist dieses Verhältnis zwischen 55:45 und 45:55. Das gleiche Prinzip lässt sich demnach natürlich ebenso bei einem Überhang von Verkäufen zu Käufen anwenden.
ETFs sind in Krisenzeiten die besten Anlagemöglichkeiten
Die ungewisse Entwicklung der Börsen 2012 könnte dafür sorgen, dass ETFs, also börsennotierte Indexfonds in der Gunst der Anleger steigen, im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds. Die unabhängige ETF-Analystin Deborah Fuhr, die den Markt für ETFs seit 1996 beobachtet, sagt, dass ein solches Marktumfeld gerade für ETFs sehr positiv sei. Die Analystin die sich am längsten mit genau diesen Produkten beschäftigt, erklärt weiter, dass genau diese Produkte bei Anlegern bevorzugt werden.
In solchen Börsenphasen sinken, laut Experten, die Chancen auf Mehrerträge vor allem durch aktives Portfoliomanagement. Die geringen Kosten der ETFs und die hohe Liquidität rücken dabei in den Vordergrund. Durch die Schuldenpleite in Europa gibt es derzeit nur wenige Optimisten an den deutschen Börsen, das Thema Verschuldung bleibt weiterhin dominierend und sorgt so für eine gehörige Portion Vorsicht auf dem Parkett.
Florian Weber von Schnigge, einer Wertpapierhandelsbank, geht sogar noch einen Schritt weiter und behauptet, dass selbst wenn eine Lösung für die Euro-Krise in Sicht wäre, würde das Problem noch lange nicht am nächsten Tag verschwunden sein. Die Vergangenheit zeigte, dass börsennotierte Indexfonds gerade dann hohe Zuflüsse hatten, wenn auf den Aktienmärkten ein rauer Wind wehte.
Zur gleichen Zeit verabschiedeten sich Investoren aus aktiv gemanagten Fonds, bestes Beispiel ist die Finanzkrise 2008. Anleger zogen aus aktiv gemanagten Fonds rund 229 Milliarden Dollar ab, wie Zahlen des US-Vermögensverwalters Blackrock zeigen. Gleichzeitig aber vertrauten Anleger 54,3 Milliarden Dollar frisches Kapital in ETFs an.
Auf den ersten Blick scheint dies verwunderlich. Während börsennotierte Indexfonds die Finanzmarktindizes eins zu eins abbilden sollen und zwar unabhängig vom Marktfeld, können aktive Fonds in turbulenten Phasen schnell verkauft und Crashreserven angelegt werden, um die Portfolien vor Kursrückschlägen zu bewahren. Doch die Erfahrung zeigt in Augen von dem Portfoliomanager Michael Winkler beim Vermögensverwalter Feri Trust, dass dies nur sehr selten funktioniert.
2011 war ein schwieriges Jahr für die ETF-Branche
Wie die Deutsche Bank mitteilte, war das Wachstum der ETF-Branche in den Monaten Januar bis November des Jahres 2011 noch niedriger ausgefallen als von Experten angenommen. Lediglich um 3,5 Prozent sei die Branche bislang gewachsen, teilte das Kreditinstitut am Montag mit.
Grund dafür, dass die Deutsche Bank ihre Gewinnerwartungen im ETF-Sektor nach unten korrigieren musste, seien vor allen Dingen die Schuldenberge in den Vereinigten Staaten und in Europa. Dazu kommt noch die breite Kritik an den börsennotierten Indexfonds. Man korrigierte die Wachstumsprognosen von bis zu zehn Prozent auf fünf Prozent, nachdem man in den ersten elf Monaten des Jahres 2011 insgesamt nur ein Wachstum von 3,5 Prozent notieren konnte.
Christos Constandinides, Analyst bei der Deutschen Bank, hielt fest, dass vor allem der Markt in Europa auf die Auswirkungen der Schuldenkrise und die grundsätzliche Art der Replikation der börsennotierten Indexfonds negativ reagiert hatte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hätten sich die Mittelzuflüsse beinahe halbiert. Waren 2010 noch etwa 30,6 Milliarden Euro geflossen, handelte es sich 2011 nur noch um knapp 17,6 Milliarden Euro.
Dabei war Europa noch vor einem Jahr die Region mit dem höchsten Wachstum im Bereich der ETFs weltweit gewesen. 2011 sieht es indes so aus, dass Asien und die Vereinigten Staaten an Europa vorbeiziehen werden. Der Kontinent wird wohl das geringste Plus aufweisen. So wurde beispielsweise in Asien die Investition in ETFs im laufenden Jahr von 10,7 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf rund 18,5 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt.
Die Schuldenkrise in einigen Ländern der Euro-Zone hatte bei den Finanzmärkten für einige Unruhe gesorgt. Dazu kam die Kritik an bestimmten Formen der ETFs von Seiten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des Finanzstabilitätsrats. Sie kritisierten die ETFs, die durch Swap-Derviategeschäfte die Wertentwicklung nachvollziehen wollen. Dies sei ein risikoreiches Vorgehen, das jedoch zahlreichen Anlegern gar nicht bewusst ist.
Gold als Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios
Während der Finanzkrise der vergangenen zwölf Monate haben viele Anleger vermehrt auf Gold statt auf Aktien gesetzt. Gold gilt traditionell als sichere Anlageform. Infolge dessen wird der SPDR Gold Trust, der größte börsengehandelte Fonds (ETF) auf den Goldpreis der Welt, voraussichtlich in naher Zukunft mit ausstehenden Anteilen in Höhe von 429 Millionen die Rekordmarke vom Juni 2010 übersteigen.
Durch die gestiegene Nachfrage von Anlegern liegt das verwaltete Volumen inzwischen bei fast 69 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung um 30 % entspricht. Der leicht gesunkene Bedarf im Schmucksektor hatte deshalb kaum Auswirkungen. Allerdings ist festzustellen, dass der Goldpreis inzwischen im Wesentlichen dem Kursverlauf am Aktienmarkt entspricht und nur geringe positive Auswirkungen auf das Portfolio hat.
Im Herbst 2008 sank während des Börsencrashs auch der Goldpreis um etwa sieben Prozent. Während der gesamten Finanzkrise von Oktober 2007 bis November 2008 war bei Gold kein Wertzuwachs zu verzeichnen. Auch als es im Frühling 2010 und im Sommer 2011 zu massiven Kurseinbrüchen am Aktienmarkt kam, stieg der Goldkurs lediglich um drei bis vier Prozent.
Aber obwohl Gold deshalb nicht dazu geeignet ist, sinkende Aktienkurse auszugleichen, sollte es doch in jedem Portfolio enthalten sein. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass strategische Goldanlagen einen positiven Effekt auf die Depotentwicklung haben. Angesichts der Turbulenzen in der Euro-Zone steht zu erwarten, dass sie sich auch in Zukunft stabilisierend auf die Performance auswirken werden. Besonders sinnvoll ist dabei eine Long/Short-Strategie, bei der der Investor eine ETF auf Gold erwirbt und in der gleichen Betragshöhe eine Short-Position auf dem NYSE Arca Gold BUGS Index einnimmt.
Dabei handelt es sich um einen Aktienindex der internationalen Goldproduzenten. Durch diese Strategie können ganz unabhängig von der Entwicklung des Goldpreises Gewinne erzielt werden, wenn Goldminenaktien im Vergleich zu diesem underperformen. Auf diese Art und Weise kann auch in Stressphasen das Portfolio gegen Kursverluste abgesichert werden, ohne dass die strategische Goldposition aufgelöst werden muss.
Anleger von ETFs werden skeptischer
ETF-Anleger werden vorsichtiger, da die Skepsis gegenüber ETFs wächst. Die Tendenz geht zu börsengehandelten Indexfonds. Diese investieren direkt in die Aktien eines Index.ETFs sind börsennotierte Indexfonds auf Derivatebasis, die ihre Wertentwicklung von Indizes über Swap-Derivategeschäfte nachvollziehen.
In den vergangenen Monaten sind die Bedenken von Investoren bezüglich dieser Indexfonds deutlich gestiegen. 35 % der privaten Anleger sowie 55 % der professionellen Anleger haben derzeit kein volles Vertrauen in die ETFs. Dies wurde am Montag durch veröffentlichte Ergebnisse einer Umfrage des Analysehauses Morningstar dokumentiert. Zuvor waren bei einer Umfrage von Morningstar im März 2011 nur 23 % der Privatanleger und 33 % der professionellen Anleger skeptisch.
Die sogenannten physisch replizierenden ETFs bilden die Wertentwicklungen von Finanzmarktindizes ab. Dies geschieht durch Investition in Indexpapiere. Wiederum andere ETFs vollziehen Indexperformances über Swap-Derivategeschäfte mit Banken nach. Die aktuellen Umfragewerte ergeben, dass momentan 90 % die physisch replizierenden ETFs favorisieren; nur 2 % tendieren zu präferierten swap-basierten Fonds. Hier lagen die Werte bei der März-Umfrage noch bei 74 % bzw. bei 8 %. Beim Rest herrschte noch Unentschlossenheit.
Die Kritik an den börsennotierten Indexfonds ist in den letzten Monaten enorm gewachsen. Hierbei wurde vor allem auf Risiken für das weltweite Finanzsystem hingewiesen, die von ETFs verursacht würden. Dies wurde unter anderem von Seiten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Finanzstabilitätsrat kritisch angemerkt.
Vor allem die Derivate- und Wertpapierleihegeschäfte innerhalb der Portfolios kamen hier nicht gut weg, da vielen Anlegern nicht bewusst sei, dass dadurch ein Kontrahentenrisiko entsteht. Wenn nämlich der Swap- beziehungsweise Wertpapierleihepartner ausfällt, so ist die Wertentwicklung des ETFs ungewiss. Besonders die Bedenken der Investoren bezüglich des Kontrahentenrisikos sind in den vergangenen Monaten sehr gestiegen. Hier sind laut Morningstar 41 % der Teilnehmer aus der aktuellen Umfrage besorgt; im März 2011 waren es lediglich 29 %. 92 professionelle Investoren und 501 Privatanleger nahmen an der Umfrage des Anlaysehauses teil, welche in den vergangenen Monaten auf der Homepage von Morningstar abstimmten. Teilnehmer der aktuellen Umfrage müssen jedoch nicht zwangsläufig die gleichen wie in der März-Umfrage sein.
Umfrage bei Investoren zeigt Zufriedenheit mit der ETF-Regulierung
Bei einer Umfrage äußerten sich 77 Prozent institutioneller Investoren zufrieden mit der Regulierung der momentan geltenden EU-Fondrichtlinie UCITS, die den Investorenschutz bei den ETFs, den Exchange Traded Fonds, betrifft. Die Umfrage wurde anlässlich einer Reihe von Vorträgen zum Thema “ETFs unter der Lupe” durch das Institut db X-trackers durchgeführt, das zur Deutschen Bank gehört. Teilgenommen hatten an dieser Befragung 143 Investoren an verschiedenen Veranstaltungen der Vortragsreihe in Deutschland und Österreich.
Nur wenige von ihnen halten weitere Regulierungsmaßnahmen für nötig. Der Leiter von db X-trackers, Thorsten Michalik dazu: “Unsere Auswertungen zeigen deutlich, dass die Investoren mit dem hohen Niveau des Investorenschutze sowie der Transparenz bei den ETFs zufrieden sind.” Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) hat dies durch seine jüngste Statistik bestätigen können.
Bei der Umfrage kam als weiteres Ergebnis heraus, dass eine große Mehrzahl der Investoren die ETFs als Anlageform sehen, welche die größte Transparenz bezüglich Kontrahentenrisiko und Strukturen aufweisen kann. Dies gilt vor allem im Gegensatz zu den klassischen Investmendfonds. Gerade das sogenannte Kontrahentenrisiko wurde vor allem durch db X-trackers eingedämmt. Dies geschah durch die Einführung eines sogenannten Sicherheitskorbs für alle ETFs für Rohstoff-, Kredit-, Alternative- und Devisen-Indizes. Die genaue Zusammensetzung dieses Sicherheitskorbes kann man tagesaktuell seit 2010 im Internet (www.dbxtrackers.com) einsehen.
Von der Deutschen Bank sind dadurch schon in einer frühen Phase des ETF-Geschäfts Standards für den Markt eingeführt worden, die die die gesetzlichen Vorgaben weit hinter sich lassen.
Im Rahmen der Umfrage wurden die Investoren auch bezüglich der Kriterien befragt, nach denen sie sich für einen ETF entscheiden würden. Am wichtigsten waren für die Befragten demnach die Kriterien “Präzises Index-Tracking” und “Sicherheit”. Mit deutlichem Abstand dazu wurden die Kriterien “Liquidität”, “Kosten” und “Transparenz” geführt. Das Schlusslicht in Sachen Entscheidungskriterien bildete die “Struktur des ETFs”, das von kaum einem der Investoren genannt wurde.
ETFs trotz Tief weiterhin interessant
Trotz immer steigender Beliebtheit und einem stetig wachsenden Angebot der Indexfonds blieb es im Monat Oktober verhältnismäßig ruhig auf dem Markt. Die Exchange Traded Funds(ETF)überzeugen vor allem als langfristige und kostengünstige Geldanlage im Vergleich zu anderen Investmentfonds. So urteilte bereits die European Business School in einer Studie aus dem Jahre 2009, dass sich die Exchange Traded Funds als passiv gemanagte Investitionen zu einer Konkurrenz für die herkömmlichen Investmentfonds entwickelt haben, die sich mit zunehmender Akzeptanz auf dem Markt darstellen.
Doch trotz der positiven Entwicklung des DAX mit einem abschliessenden Monatsplus von 11,6 Prozent blieb der Handel mit ETFs gemäßigt. Zurückzuführen ist diese Haltung vermutlich auf die Verunsicherung der Investoren durch die bestehende Staatskrise und durch den vorangegangenen Kurseinbruch des DAX in den vergangen zwei Monaten.
Ebenso die aktuellen politischen Geschehnisse und die Debatten um Griechenland, die Europäische Union, die Finanzkrise und das Wirtschaftssystem beeinflussen den Handel und den Markt und lassen bei den Investitoren immer wieder Zweifel aufkommen und führen eher zu kurzfristigen Investition statt zu langfristigen, wie beispielsweise den ETFs. Weiterhin bieten sich immer Möglichkeiten von Ausweichinvestitionen, wie Goldprodukten, die mehr Sicherheit darstellen und auf die besonders bei Verunsicherung zurückgegriffen wird.
Die kurzzeitige Stagnation auf der Umsatzseite der Exchange Traded Funds im Oktober diesen Jahres repräsentiert jedoch in keinster Art und Weise das weiter wachsende Interesse der Investoren an dieser Anlageklasse. Im Gegenteil, nicht nur das Angebot der Funds wird hier ständig erweitert und vergrößert, sondern im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Oktober 2011 9 Prozent mehr ETFs auf den Märkten gehandelt und in der Gegenüberstellung mit den ersten drei Quartalen des Vorjahres ist in 2011 ein Anstieg des Umsatzes von 46 Prozent zu verzeichnen gewesen. Somit verzeichnet der Oktober eher eine mittelmäßige Positionierung der Anleger in einem tendenziell positiven Marktgeschehen und spiegelt weniger die Kapazität der ETFs wider.
ETF Wachstum steht unter Spannung
Die deutsche Bank, als zweitgrößter europäischer Anbieter von ETF’s hat ihre Schätzung für das Wachstum im Jahre 2011 deutlich gesenkt. Anfang Januar prognostizierte die Bank ein Wachstum von ca. 30 % beim verwalteten Vermögen.
Wie ein am Montagabend publizierter Branchenreport der Bank zeigt, sinkt die Vorhersage auf etwa 5-10% in diesem Jahr. 2010 belief sich der Zuwachs nach Zahlen der Bank auf rund 27 Prozent, 2009 auf 40 Prozent.
Die Unsicherheit auf Grund der europäischen und us-amerikanischen Schuldensituation dämpft die Wachstumsaussichten für den internationalen ETF-Markt von zwei Seiten.
Wenn die Aktienkurse und andere Wertpapiere fallen senkt dieser Effekt auch die Volumina von ETF’s, welche an diese Papiere gekoppelt sind.
Weiterhin sind Anleger zu diesen Zeiten nicht so spendabel wie sonst. Zwar hatten sie in der ersten Jahreshälfte mehr Geld investiert, als im Vorjahreszeitraum, allerdings änderte sich die Lage im dritten Quartal. Von Anfang Juli bis Ende September 2011 hatten ETF’s weltweit 20 Prozent weniger Nettozuflüsse verbucht als ein Jahr zuvor.
Abschließend bleibt zu bedenken, dass Ende September rund 1,2 Billionen Dollar in börsennotierte Indexfonds investiert waren – ganze vier Prozent weniger als im Vorjahr.
So drängt sich förmlich die Frage auf, ob der Markt überhaupt noch ein Wachstum in diesem Jahr verzeichnen wird?
Exchange Traded Funds – Die Transparenz verwischt
Die Exchange Traded Funds wurden bereits im Jahr 1993 lanciert und blicken seit dem auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurück. Selbst zu Zeiten der Börsenbaisse konnten die ETF mit jährlichen Vermögenszuwachsraten von nahezu 100 Prozent glänzen.
Diversifikation senkt das Risiko einer Anlage – eine seit langem bekannte Tatsache. Welche Frage hiermit aber noch nicht beantwortet wurde ist, wie der “Otto-Normalverbraucher” als Anleger bei der vielfältigen und intransparenten Auswahl an Kapitalanlageprodukten die für ihn richtige Wahl treffen soll? Neben den schon seit längerer Zeit erhältlichen Zertifikaten und Investmentfonds sind daher insbesondere die Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds, in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt.
Es handelt sich dabei in der Regel um passiv gemanagte Fonds, deren Wertentwicklung einem bestimmten Index folgt. Sie kombinieren eine hohe Risikostreuung mit der Flexibilität von Aktien und gelten darüber hinaus als kosteneffizient und transparent. Eben diese sogenannte Transparenz sorgt im Moment für Unstimmigkeiten bei der Börsenaufsicht, denn das ursprüngliche Konzept, dass ETFs sich so zusammensetzen wie ein Index und der Anleger in jedem Moment genau den entsprechenden Preis sowie die Struktur seines Portfolios kennt, verwischt.
Bei der traditionellen Variante werden die Exchange-traded funds genau dem Index nachgebaut, d.h. jede Aktie wird separat mit ihrem jeweiligen Wert am Markt gekauft und zum ETF zusammengefasst. Diese Vorgehensweise wird auch als replizierender Ansatz oder Direktabbildung bezeichnet.
Parallel haben sich dazu mittlerweile noch weitere Ansätze etabliert, einer davon ist der Swap-basierte ETF. Ein sogenannter Swap-Partner garantiert hier die Performance des unterliegenden Index und “tauscht” diese gegen die Performance eines Portfolios, welches mit dem Mittelzufluss aufgebaut wird. Diese Investitionsstrategie ist für Anleger günstiger und rentabler, allerdings auch vielfach risikoreicher.
Vor allem für den Privatanleger gilt daher immer das Risiko abzuwägen und am Besten von undurchsichtigen ETF-Spielvarianten die Finger zu lassen. Diese neuen Exchange-traded funds sind vielfach hochriskant und mit den klassischen börsengehandelten Index-Fonds nicht mehr zu vergleichen.
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